Sedran: VW Nutzfahrzeuge will E-Antrieb „auf ein neues Level heben“

Autor: Christoph Seyerlein

Auch im Nutzfahrzeugbereich will VW die Elektrifizierung vorantreiben. Markenchef Thomas Sedran befürwortet die Pläne des Konzerns. Am Stammwerk in Hannover zeigen sich allerdings manche Anlaufschwierigkeiten.

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Niedersachsens Umweltminister Olaf Lies (re.) informierte sich kürzlich bei VW Nutzfahrzeuge-Chef Thomas Sedran über die Elektromobilität.
Niedersachsens Umweltminister Olaf Lies (re.) informierte sich kürzlich bei VW Nutzfahrzeuge-Chef Thomas Sedran über die Elektromobilität.
(Bild: Rainer-Droese)

Nicht nur im Pkw-Bereich, auch in der Nutzfahrzeugsparte setzt Volkswagen seine Elektro-Strategie um. Das Stammwerk Hannover wird aktuell teilweise zum E-Standort umgebaut. Ganz reibungslos läuft das allerdings nicht ab: Anfang März gab es Proteste der Belegschaft, da sich Volkswagen nun offenbar doch anders als geplant dagegen entschieden hat, die nächste Transporter-Generation T7 komplett elektrisch auf den Markt zu bringen. Wegen Produktionsengpässen solle das Modell stattdessen nur als Verbrenner und Hybrid gebaut werden.

Nachdem rund 300 Leute dagegen mobil gemacht hatten, versprach der Chef von Volkswagen Nutzfahrzeuge, Thomas Sedran, sich im Konzern für den elektrischen T7 stark machen zu wollen. Der Ausgang ist noch offen. Nicht ganz sorgenfrei laufen auch die Vorbereitungen auf den elektrischen ID Buzz, der ab 2022 in Hannover vom Band laufen soll. Hier war zuletzt ebenfalls von Kapazitätsproblemen zu hören. Sedran versuchte in jenem Fall zu beruhigen. Mit dem ID Buzz sorge man „für die Zukunftssicherung der Marke und somit der Standorte. Insgesamt machen wir Volkswagen Nutzfahrzeuge fit für die Veränderungen in unserer Branche.“

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Generell macht sich Sedran für eine breite Elektrifizierung bei Volkswagen Nutzfahrzeuge stark. „Wir sehen den Wandel zur E-Mobilität als Chance. Wir wollen diese Antriebstechnologie in ihrer alltäglichen Nutzung auf ein neues Level heben“, sagte er. Dazu gehöre aber ein forcierter Ausbau der Ladeinfrastruktur – auch um die Klimaziele zu erreichen, betonte Sedran. „Hier sind Politik und Energiewirtschaft gefordert, Voraussetzungen für eine flächendeckende Nutzung von E-Mobilität zu schaffen“, so der Markenchef.

Die angesprochene Politik informierte sich kürzlich bei VW in Hannover über die Zukunftsthemen am Standort. Niedersachsens Umweltminister Olaf Lies sah sich bei einem Besuch unter anderem die Modell-Palette elektrifizierter Fahrzeuge von VW Nutzfahrzeuge an. Aus Sicht des Politikers geht der Hersteller „den richtigen Weg in die CO2-freie Mobilität.“ Lies mahnte allerdings auch an, dass in seinen Augen kein reiner Fokus auf die E-Mobilität die beste Strategie sei. „Wichtig ist es, einen breiten technologischen Ansatz zu wählen. Daher kommt es neben den batterieelektrischen Lösungen darauf an, auch das Thema Wasserstoff und Brennstoffzelle konsequent voranzubringen.“

Schlüsselrolle bei Mobilitätsdiensten

Jener „Technologieoffenheit“ hatte Volkswagen-Konzernchef Herbert Diess zuletzt eine klare Absage erteilt – zumindest für den Pkw-Bereich. Dort setzt der Hersteller komplett auf batteriebetriebene Autos. Gerade bei schwereren Nutzfahrzeugen ist der Einsatz von Batterien aber ineffizient, weshalb dort die Forschung an anderen Technologien auch bei Volkswagen stärker fortgeführt werden dürfte.

Eine Schlüsselrolle soll Volkswagen Nutzfahrzeuge innerhalb des Konzerns derweil beim Thema Mobilitätsdienste übernehmen. Unter anderem arbeitet die Marke eng mit Volkswagens neuem Mobilitätsanbieter Moia zusammen. Sedran sagte dazu: „Wir wollen ein gesamtheitliches Angebot und somit gleichzeitig einen Mehrwert für Gesellschaft und Umwelt schaffen.“

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Christoph Seyerlein

Redakteur im Ressort Newsdesk bei »kfz-betrieb«