Volkswagen korrigiert Elektro-Ziele massiv nach oben

Bis 2028 kommen 70 neue E-Modelle

| Autor: Christoph Seyerlein

Volkswagen startet 2020 ins ID-Zeitalter.
Volkswagen startet 2020 ins ID-Zeitalter. (Bild: Volkswagen)

Volkswagen will den Wandel zum Elektroautohersteller noch schneller und radikaler vollziehen als bisher angekündigt. Wie der Konzern am Dienstag mitteilte, will er statt der bislang geplanten 50 neuen E-Modelle bis 2028 nun derer 70 auf den Markt bringen. Auch bei der Produktionskapazität – und damit letztlich ebenso beim Absatz – planen die Wolfsburger offensiver.

In den kommenden zehn Jahren will der Hersteller 22 Millionen Einheiten auf seiner Elektro-Plattform MEB bauen – bislang hatte Volkswagen in jenem Zeitraum mit 15 Millionen derartiger Fahrzeuge gerechnet. Bis 2030 will der Autobauer einen Elektro-Anteil von 40 Prozent in seiner Fahrzeugflotte erreichen.

Die E-Offensive soll entscheidend dazu beitragen, dass Volkswagen bis 2050 zu einem komplett CO2-neutralen Unternehmen werden kann. Bereits bis 2025 will der Autobauer den CO2-Fußabdruck der eigenen Flotte im Vergleich zum Jahr 2015 um knapp ein Drittel reduzieren. Konzernchef Herbert Diess sagte dazu: „Volkswagen übernimmt bei den großen Zukunftsthemen Verantwortung – gerade auch beim Klimaschutz. Maßgabe dabei sind die Ziele des Pariser Klimaschutzabkommens.“

Nicht darunter leiden soll der Kunde. Diess sagte: „Individuelle Mobilität soll auch in Zukunft für Millionen von Menschen möglich sein – und zwar sicher, sauber und vernetzt.“ Dafür seien allerdings große Investitionen notwendig. Allein bis 2023 steckt Volkswagen 30 Milliarden Euro alleine in E-Modelle.

Je 20.000 Reservierungen für Audi E-Tron und Porsche Taycan

Der Startschuss für das Elektro-Zeitalter bei Volkswagen fällt bereits in diesem Jahr. Erste wichtige Modelle dabei sind der Audi E-Tron und der Porsche Taycan. Für beide Modelle liegen nach Konzernangaben jeweils rund 20.000 Reservierungen vor. Anfang des kommenden Jahres folgt dann der VW ID. Neo, der „das Elektroauto auch für breite Bevölkerungsschichten erreichbar“ machen soll. Weitere Fahrzeuge, die in der ersten Volkswagen-Elektrowelle kommen werden, sind der VW ID. Crozz, der VW ID. Buzz, der VW ID. Vizzion und der Skoda Vision E.

Der Erfolg jener Modelle wird auch von der Infrastruktur abhängen. Volkswagen hat sich deshalb wie einige weitere Konzerne an Ionity beteiligt. Bis 2020 will das Unternehmen europaweit 400 Schnellladesäulen ans Netz nehmen. Rund 100 davon werden in Deutschland stehen. Volkswagen zufolge soll es so hierzulande alle 120 Kilometer eine Ionity-Station geben. Zudem kümmert sich die neue VW-Tochter Elli um die individuellen Bedürfnisse der Kunden und bietet diesen beispielsweise Wallboxen und Grünstrom an. Zusätzlich werden an allen Standorten insgesamt 3.500 Ladepunkte an Mitarbeiter-Parkplätzen und weitere bei Händlern eingerichtet.

Ebenfalls entscheidend zum Durchbruch der E-Fahrzeuge soll der Handel beitragen. Deswegen hat die Marke VW beispielsweise ihre Händler schon rund ein Jahr vor dem Marktstart des ID. Neo bei einer Veranstaltung in Isenbüttel auf die damit verbundenen Veränderungen eingeschworen. Beim Autobauer ist man überzeugt davon, die Partner bei der eigenen Strategie hinter sich zu wissen. Sowohl Vertriebsvorstand Jürgen Stackmann als auch der neue Deutschlandchef Holger Santel sagten am Rande des Genfer Automobilsalons, dass der Handel aus ihrer Sicht für die Elektromobilität brenne.

Mehr zu Volkswagens Elektro-Strategie lesen Sie in unserer Printausgabe 14, die am 5. April erscheinen wird und zeitgleich in unserem PLUS-Fachartikel-Bereich.

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