Fisker Serienversion des Ocean hat Premiere in L.A.

Von ampnet/sp-x/gr

Henrik Fisker will nochmals durchstarten. Der Elektroauto-Pionier, der einst mit seinem ersten Modell in die Insolvenz ging, zeigt in Los Angeles den SUV Ocean. Gebaut in Graz, soll das Auto auch nach Deutschland kommen.

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Fisker Ocean.
Fisker Ocean.
(Bild: Autoren-Union Mobilität/Fisker)

Mit der bescheidenen Frage, „ob den Menschen das nachhaltigste Auto der Welt wirklich wichtig ist“, präsentierte Henrik Fisker auf der Los Angeles Auto Show sein neues Produkt, den etwas pummelig wirkenden SUV mit dem Namen Ocean. In zwölf Monaten soll das Auto nun auf den Markt kommen. Im ersten vollen Jahr sollen 40.000 bis 50.000 Einheiten gebaut werden. Als Auftragsfertiger steht Magna in Graz bereit.

„Es klingt verrückt, aber das Auto soll nur 37.499 Dollar kosten“, preist Fisker die frontgetriebene, immerhin 205 kW /279 PS starke Einstiegsversion namens Sport. Das sind umgerechnet nicht einmal 34.000 Euro. SIe soll den Sprint auf 100 km/h in rund 7 Sekunden ermöglichen, die Reichweite soll bei 400 Kilometer liegen. Für 49.999 Dollar (etwa 44.320 Euro) soll es den Oecan Ultra mit Allradantrieb und 403 kW / 548 PS geben. Darüber liegt der Extreme mit 410 kW /558 PS. Die Dimensionen platzieren den Fisker Ocean mitten im klassischen SUV-Territorium: 4,78 Meter lang, 1,99 Meter breit und 1,63 Meter hoch.

Der Innenraum bietet ein übersichtlich gestaltetes Cockpit mit digitalem Kombiinstrument, Head-up-Display und einem großformatigen 17,1-Zoll-Touchscreen. Für die Ausgestaltung des Innenraums wurden ausschließlich vegane und zum Teil recycelte Werkstoffe verwendet. Der Kofferraum des Ocean soll 566 bis 1.274 Liter Stauraum bieten. Die bisherigen Angaben zum Modell beziehen sich auf den US-Markt. Ob es zur europäischen Version große Unterschiede gibt, blieb unklar. Sehr wahrscheinlich ist es nicht.

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Im Interieur ausschließlich vegane Werkstoffe

Das Einstiegsmodell habe wegen „mehr Effizienz und besserem Handling im Schnee“ einen Frontantrieb erhalten, distanziert sich der gebürtige Däne von Konkurrenzmodellen. Der Ocean besitze nichts weniger als die „fortschrittlichste Antriebseinheit der Welt“. Nicht genug damit: Im Interieur weckt ein Bildschirm, der sich zum Betrachten von Filmen von der Vertikalen in die Horizontale drehen lässt, die Aufmerksamkeit. Im California-Modus lassen sich per Knopfdruck alle Fenster gleichzeitig versenken, einschließlich der Heckscheibe. Die Spitzenversion verfügt sogar über ein Solardach, das Materialkonzept sieht im Innenraum ausschließlich vegane Werkstoffe vor.

In seiner Pressekonferenz in LA verriet der Unternehmer: Weniger als zweieinhalb Jahre habe die Entwicklung gedauert, normal seien vier Jahre. Mehr noch: Entscheidungen, die üblicherweise drei bis vier Monate dauerten, würden in seinem Hause in drei bis vier Tagen gefällt. Das ist umso verwunderlicher, als sich Fisker nach Insider-Informationen nicht selten mit Trivial-Entscheidungen befasst und sich auf dem Kurznachrichtendienst Twitter teilweise auf stundenlange Auseinandersetzungen mit anonymen Kommentatoren einlässt.

Der 64-seitige Pressetext betont wortreich die visionäre Kraft des Firmengründers. Eine Kraft, die den Investoren in das Start-up-Unternehmen derzeit zu fehlen scheint: Der Aktienkurs bewegte sich in den letzten Tagen auf niedrigem Niveau seitwärts. Vielleicht ist es auch einfach nur Vorsicht. Der erste Versuch von Henrik Fisker, E-Autos zum Durchbruch zu verhelfen, endete mit dem Modell Karma in der Pleite.

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