Sie machen Pilates auf dem Dach, laden bei jedem Formel 1-Rennen zum Public Viewing und verkosten Weine, Austern oder Zigarren: Im Mercedes Brand Center in Dubai rücken die Neuwagen eher in den Hintergrund. Dem Absatz tut das keinen Abbruch.
Schillert nicht nur nachts: Im vergangenen Jahr eröffnete das Brand Center des Mercedes-Generalimporteurs Gargash in Dubai.
(Bild: Gargash)
Es ist Dienstagmittag und Benoit Turibe ist im Stress. Denn gerade erst hat er die Kunstkollektion für diesen Monat zusammengestellt und im Gebäude verteilt. Am Sonntag ist Formel1-Viewing, in der Nacht davor bittet er angehende Astronomen zur Sternenschau aufs Dach, morgens machen sie Pilates und dann ist ja auch bald noch die Austern-Verkostung.
Das klingt nach einer langen To-Do-Liste – und ist ein ziemlich ungewöhnliches Programm für den Mitarbeiter eines Autohauses. Aber Turibe ist auch kein Neuwagenverkäufer, sondern Kurator und sein Arbeitsplatz kein gewöhnliches Autohaus. Turibe arbeitet im neuen Brand Center, das Mercedes-Generalimporteur Gargash vor etwas mehr als einem Jahr in Dubai eröffnet hat, und probiert dort neue Wege im Autohandel. „Die Zeiten, in denen die Kunden technische Beratung und möglichst viel übers Auto wissen wollten, die sind doch längst vorbei“, hat er gelernt. „Diese Infos holen sie sich längst im Internet und den sozialen Medien und wissen am Ende meist besser Bescheid als unsere Experten selbst.“
Statt die potenziellen Kunden zu informieren, will Turibe sie deshalb lieber unterhalten und ihnen einen ganz neuen, umfassenden Blick auf die Marke Mercedes geben und auf die Werte, für die der Stern steht. Luxus, Genuss, Design, guter Geschmack sind die Stichworte, die er dabei immer wieder nutzt und um die herum er sein Programm mit oft mehr als 20 Events pro Monat strickt – manche nur für eine Handvoll ausgewählter Gäste und manche für viele hundert Besucher, manche für hunderte von Euro und manche umsonst, manche mit lokalen Künstlern oder Musikern und manche mit internationalen Stars. Und selbst wenn Turibe ausnahmsweise mal keine Veranstaltung in der eigenen App des Brand Centers eingetragen hat, will der kleine Palast zwischen Dubai Creek und Burj Khalifa eine Begegnungsstätte sein und lockt dafür im AMG Kaffeehaus mit italienischem Espresso und internationalem Gebäck.
Gleichwohl ist das Brand Center am Rande des Dubai Design Districts nicht nur eine Event- und Gastro-Location, sondern irgendwie auch ein Autohaus – nur dass hier keine klassischen Verkäufer auf Kundenfang gehen, es nicht die üblichen Arbeitskabinen gibt und nicht die langen Reihen mit den Neuwagen. Aber selbstredend haben sie zwischen Veranstaltungsfläche und Gartenterrasse ein paar AMG-Modelle inszeniert, ein paar S-Klassen und natürlich die allgegenwärtige G-Klasse.
Es gibt einen separaten Pavillon für Maybach und draußen haben sie ein eigenes Offroad-Gelände errichtet, das zu den spektakulärsten in der Mercedes-Welt zählt. „Außer in Brooklands gibt es nichts vergleichbares“, sagt Martin Halder, der den Abenteuerspielplatz für Gargash managt und dort für Preise um 400 Euro aufwärts nicht nur Kaufinteressenten in den Dreck schickt, sondern auch Firmenincentives inszeniert, Junggesellenabschiede oder andere Spielenachmittage für Männer, die oft genug mit einem Gourmet-BBQ am Creek enden. Auf einem herausfordernden Kurs im Schlagschatten des Burj Khalifa können die Scheichs dort ihrem liebsten Spielzeug mal ordentlich auf den Zahn fühlen, die maximale Verschränkung erleben oder die Steigfähigkeit, können durchs Wasserbad fahren oder am Ende sogar ihr Instagram-Profil mit dem G-Turn im elektrischen G580 krönen.
„Hier sucht keiner lange nach einer Ladesäule“
Und Halder ist damit gut gebucht – schließlich ist die G-Klasse am Golf der meistverkaufte Mercedes, sagt Thomas Schulz, der Hausherr im Brand Center, und spektakuläre 90 Prozent davon werden als G63 verlauft. Nummer zwei in Schulz‘ Verkaufsranking ist – ebenfalls von AMG - das GLE 53 Coupé, bevor die anderen SUV und irgendwann auch mal die Limousinen kommen. Selbst Elektroautos hat der General Manager pflichtschuldig im Portfolio, auch wenn die bei den Emiratis noch nicht so richtig angekommen sind. Viel mehr als einen einstelligen Prozentanteil seines Absatzes kann er darauf noch nicht verbuchen und die Ladesäulen draußen auf dem Hof sind die meiste Zeit verwaist.
Kein Wunder, wenn der Liter Benzin hier umgerechnet kaum mehr als einen halben Euro kostet, es keinerlei staatliche Förderung für die Stromer gibt und es die Besserverdiener in Dubai gerne bequem haben. „Hier sucht keiner lange nach einer Ladesäule“, sagt Schulz. Nicht umsonst gibt es hier sogar Dienstleister, die man über eine App zum Tanken buchen kann und die den Wagen dann auf jedem X-beliebigen Parkplatz wieder befüllen.
Zwar betreibt Generalimporteur Gargash in und um Dubai noch eine Handvoll klassischer Mercedes-Häuser, doch scheint das Konzept mit dem Brand Center aufzugehen. Auch wenn hier weniger Ausstellungsfahrzeuge aufgereiht sind als sonst und der Verkauf weit in den Hintergrund gerückt ist, steht der riesige Setzkasten mit den kunterbunten Neuwagen, die so genannte Carwall, ständig voll und in dem halben Dutzend Übergabeboxen inszenieren sie fast im Stundentakt eine Show nach der anderen. Kein Wunder, sagt Schulz. „Mit einer solide vierstelligen Zahl an Verkäufen ist das Brand Center mittlerweile unser mit Abstand stärkster Standort.“ Da kann zwischendurch mal ein bisschen Pilates nicht schaden.
Stand: 08.12.2025
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