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SKF: Gefälschte Lager bei Oldtimer-Restaurierer entdeckt

Autor: Steffen Dominsky

Mit einer umgehenden Durchsuchung und einer Zerstörungsaktion hat SKF auf den jüngsten Fälschungsfund in Deutschland reagiert. Darauf aufmerksam wurde der Hersteller durch den Tipp eines Oldtimer-Restaurators.

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Eine größere Charge gefälschter SKF-Lager tauchte kürzlich bei einem Oldtimerbetrieb auf.
Eine größere Charge gefälschter SKF-Lager tauchte kürzlich bei einem Oldtimerbetrieb auf.
(Bild: SKF)

Mit Oldtimern kann man Kohle machen, viel Kohle sogar – zumindest manchmal bzw. manch einer. Doch nicht nur beim Handel mit ganzen Fahrzeugen lockt die vermeintlich fette Marge in Sachen Klassiker. Nein, auch beim Verkauf von scheinbar banalen Ersatzteilen wie Wälz- und Kugellagern kann man offenbar richtig absahnen. Zumindest dann, wenn man sie als hochwertige und damit entsprechend hochpreisige Markenware verhökert, obwohl es sich um billige Plagiate handelt.

Genau solchen aufgesessen zu sein, diesen Verdacht hatte kürzlich ein Oldtimer-Restaurator. Also wollte er die Echtheit der von seinem Händler bezogenen SKF-Lager mithilfe der „Authenticate App“ des schwedischen Herstellers überprüfen. Und siehe da: Die Verifizierungshilfe schlug prompt an – oder besser gesagt nicht. Denn es stellte sich heraus, dass SKF diesen Lagertyp gar nicht führt! Die Werkstatt hatte mithilfe besagter App Fotos der Lager an den vermeintlichen Hersteller der Ware übermittelt, der umgehend eine Echtheitsprüfung vornahm.

Schnelle Razzia beim Teilehändler

Schon wenige Stunden nach der Datenübermittlung stand fest: Die Fotos zeigen tatsächlich gefälschte Lager. Durch diesen Fund alarmiert, holte SKF zunächst die behördlichen Genehmigungen für eine Durchsuchung beim süddeutschen Händler ein. Die entsprechenden Dokumente lagen zügig vor, sodass die Verantwortlichen schnell zur Tat schreiten konnten. Auf dem Gelände des Händlers stießen die Behördenvertreter dann auf ein regelrecht verwahrlostes Warenlager: Sämtliche Wälzlager darin waren unsachgemäß gelagert. Zudem stellte sich die Mehrzahl der vorgefundenen „SKF Lager“ als Fälschung heraus. Als Konsequenz wanderten Tausende der Lager auf direktem Weg in die nächstgelegene Schrottpresse.

Leider sähen manche Fälschungen so täuschend echt aus, dass sie für ungeübte Augen kaum von unseren Originalen zu unterscheiden seien, teilte ein Markenschutzbeauftragter von SKF mit. Deshalb empfiehlt das Unternehmen grundsätzlich, ausschließlich bei autorisierten Vertragshändlern einzukaufen – und in eventuellen Zweifelsfällen die App zu nutzen. Die einfach zu bedienende Anwendung steht sowohl für Android als auch iOS kostenlos zum Download bereit. In aller Regel kann SKF die App-Anfragen innerhalb von 24 Stunden beantworten.

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Über den Autor

 Steffen Dominsky

Steffen Dominsky

Redakteur »kfz-betrieb«, "Fahrzeug + Karosserie", stellv. Ressortleiter Service & Technik »kfz-betrieb«, Vogel Communications Group