Smart Fortwo Coupé C451: Smarter Stadtflitzer

Autor / Redakteur: Ottmar Holz / Martina Eicher

»Gebrauchtwagen Praxis« Kaufberatung: Seine Geschichte begann mit einem klassischen Fehlstart, doch Daimler hält konsequent am Konzept fest.

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Smart Fortwo Coupé C451: Kleiner, wendiger Liebling für die City.
Smart Fortwo Coupé C451: Kleiner, wendiger Liebling für die City.
(Foto: Daimler AG)

Das Unternehmen Smart wurde 1994 von Nicolas G. Hayek, dem Gründer der Swatch-Gruppe, als gemeinsame Tochtergesellschaft von Daimler-Benz und der SMH SA als Micro-Compact-Car-AG gegründet. Hayek stieg aus dem Projekt aus, weil er sich an den steigenden Kosten nicht mehr beteiligen wollte und Daimler-Benz sich weigerte, sofort ein Elektroauto aus dem Smart zu machen. Dies rächte sich noch vor der Markteinführung; der Smart kippte Daimlerchef Schrempp beim Elchtest vor die Füße, da der Schwerpunkt ohne Batterien zu hoch war. Daimler musste das sogenannte Trust-Fahrdynamiksystem nachrüsten.

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Querparker

Die erste Modellgeneration wurde von ihren Besitzern oft quer zur Fahrtrichtung geparkt; legal war dies allerdings nicht. Mit Einführung der zweiten Modellgeneration legte der Smart 20 Zentimeter in der Länge zu – mit vier Sternen im NCAP-Crashtest stand er jetzt besser da, aber nicht mehr quer in der Parklücke.

Geschickte Finger

Abblendlampe erneuern – ein Drama bei Fahrzeugen der ersten Modellgeneration. Sehr schlanke Arme erleichtern die Arbeit ungemein, denn nur zwei briefkastenschlitzgroße Klappen ermöglichen den Zugang zu den Scheinwerfern, Kühlmittel- und Bremsflüssigkeitsbehältern. Erst 2007 hatte Daimler ein Einsehen und der 451 eine große abnehmbare Serviceklappe.

Ergänzendes zum Thema
Modellhistorie
Modellhistorie

1998 Verkaufsstart Typ C 450 mit 45 und 55 PS

2002 Modellpflege, Tank vergrößert

2003 Benziner mit 50 bzw. 61 PS, Einführung ESP

2007 Markteinführung zweite Generation C 451

2010 Modellpflege

2012 Einführung Fortwo Electric Drive, Modellpflege

2014 Einführung dritte Generation C 453

Ölwechselproblematik

Das kleine Kurbelgehäuse ist die Achillesferse des Dreizylinders. Bei einem Ölstand über der Maximalmarkierung beginnt die Kurbelwelle im Öl zu panschen. Das Schmiermittel schäumt auf, die Ölpumpe saugt nur noch Schaum an – der Öldruck bricht zusammen, Kurbelwellen- und Pleuellager fallen mit Fressschaden aus.

Die Ölwanne hat keine Ablassschraube, der Mechaniker muss bei einem Ölwechsel das alte Öl absaugen. Leider können dabei Restölmengen im Motor verbleiben. Füllt der Mechaniker jetzt einfach die vorgeschriebene Menge ein, führen bereits 0,2 Liter verbliebenes Altöl zur Überfüllung. Der Mechaniker kann den Ölstand nach dem Einfüllen nicht gleich kontrollieren, der Motor muss erst einige Zeit warmlaufen (drei Punkte in der Temperaturanzeige) und dann noch ein paar Minuten stillstehen. Erst dann ist ein zutreffendes Ablesen möglich. Eine leichte Verbesserung bringt der Austausch der Ölwanne gegen ein Ersatzteil mit Ablassschraube – so gelingt das vollständige Ablassen.

Modellvielfalt

Im Lauf der Zeit schob Daimler nicht nur viele Sondermodelle nach, den Fortwo gab es auch als Cabrio, Roadster und Crossblade. Sogar der Haustuner Brabus nahm sich der Zwerglein an und verhalf ihnen zu respektablen Fahrleistungen. Vor allem die zwei Roadster­modelle erfreuen sich mittlerweile großer Beliebtheit, unfallfreie Exemplare reißen auch nach 10 Jahren problemlos die 10.000-Euro-Marke.

Fahrverhalten

Smartfahrer galten schon immer als freundlich, das grüßende Kopfnicken ist allerdings meist der zögerlich schaltenden Halbautomatik zuzuordnen. Die zweite Modellgeneration wurde von Daimler jedoch deutlich optimiert; es macht besonders in der Stadt viel Spaß, den quirligen Zwerg zu fahren. Im Gegensatz zu den alles blockierenden SUV ist der Smart für die Raumnot der modernen Stadt konzipiert und reicht für 98 Prozent der anfallenden Fahrten aus. Die Hauptuntersuchung sollte für gepflegte Exemplare keine Herausforderung sein, die Ingenieure der Dekra teilten
87 Prozent der Fahrzeuge auf Anhieb die Plakette zu.

Ergänzendes zum Thema
GTÜ beängelt
GTÜ bemängelt
  • Abblendlicht verstellt, defekt
  • Abblendlicht verstellt, defekt
  • Kennzeichen- und Bremsleuchten defekt
  • Trag- und Führungsgelenke ausgeschlagen
  • Mängel gelten für Fahrzeuge ab 6 Jahren und älter

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