Autohandel So kommt die Tiemeyer-Gruppe bislang durch die Corona-Krise

Autor: Christoph Seyerlein

Vor und auch während der Corona-Pandemie befand sich die Tiemeyer-Gruppe auf Expansionskurs. Nun zog der Volkswagen-Händler mit Hauptsitz in Bochum Bilanz zum zurückliegenden Geschäftsjahr. Auch einen Ausblick, wie es in den kommenden Monaten weitergeht, wagte Tiemeyer.

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Kommen mit der Tiemeyer-Gruppe bislang gut durch die Pandemie: Finanzchef Michael Evers (li.) und Inhaber und CEO Heinz-Dieter Tiemeyer (re.).
Kommen mit der Tiemeyer-Gruppe bislang gut durch die Pandemie: Finanzchef Michael Evers (li.) und Inhaber und CEO Heinz-Dieter Tiemeyer (re.).
(Bild: Tiemeyer-Gruppe)

Die Tiemeyer-Gruppe hat ihr zurückliegendes Geschäftsjahr trotz der ungünstigen Corona-Umstände mit Wachstum abschließen können. Über 33.000 Fahrzeuge verkaufte der Volkswagen-Händler mit Hauptsitz in Bochum. Das waren rund 3.000 mehr als im Geschäftsjahr 2018/2019. Zudem kam die Gruppe mit 322.238 Service-Stunden auch im After Sales auf ein deutlich höhres Volumen als ein Jahr zuvor (207.984). Entsprechend stieg der Umsatz: 790 Millionen Euro bedeuteten ein Plus von 107 Millionen Euro.

Inhaber Heinz-Dieter Tiemeyer erklärte, man habe die Pandemie mit ihren ungeahnten Herausforderungen Dank des Zusammenhaltes und Engagements der Belegschaft bisher hervorragend bewältigen können. Bereits dreimal hat Tiemeyer den Mitarbeitern eine anteilige steuerfreie Corona-Prämie als Wertschätzung für ihre Leistungen ausgezahlt. Kurzarbeit hatte das Unternehmen nur einen Monat lang im Frühjahr 2020 beantragt, Stellen sind nicht weggebrochen.

Abfedern konnte die Gruppe solche Szenarien beispielsweise durch Sonderkonditionen für Neu- und Gebrauchtwagen. Großer Beliebtheit erfreuten sich außerdem in den zurückliegenden Monaten Wohnmobile. Den Absatz der VW California-Modelle konnte Tiemeyer zuletzt nach eigenen Angaben verdreifachen.

Tiemeyer will Betriebe besser integrieren

Nicht zuletzt hat zum Wachstum aber auch die ununterbrochene Expansion des Händlers beigetragen. Erst zum Jahreswechsel hatte Tiemeyer drei Volkswagen- und Audi-Betriebe der Köpper-Gruppe in Dorsten und Dülmen übernommen. Ebenfalls zählen noch nicht allzu lange die beiden Filialen des Autohauses Plätz in Oberhausen zu den Bochumern.

In den kommenden Wochen und Monaten will sich Tiemeyer verstärkt um die Integration einiger Standorte kümmern, vor allem der vier Betriebe im Sauerland und der drei Autohäuser in Remscheid.

Nach den zahlreichen Zukäufen in den vergangenen Jahren ist die Gruppe inzwischen auf insgesamt 27 Standorte angewachsen. Verteilt über die Betriebe arbeiten knapp 1.600 Menschen für Tiemeyer, 220 davon sind Auszubildende.

„In zehn Jahren werden mindestens 40 Prozent der Käufe online getätigt“

Neben der Zentralisierung will sich das Unternehmen nun vor allem im Online-Vertrieb weiterentwickeln. „In zehn Jahren“, so die Prognose von Heinz-Dieter Tiemeyer, „werden mindestens 40 Prozent der Käufe online getätigt.“

Viel Geld steckt die Gruppe auch in die Elektromobilität. Sämtliche Betriebe sind inzwischen mit Ladesäulen ausgestattet. 600.000 Euro hat Tiemeyer dafür in die Hand genommen. Im Interview mit »kfz-betrieb« hatte Heinz-Dieter Tiemeyer kürzlich zum Thema Elektroautos erklärt: „Aktuell ist die Nachfrage da. Das hat aus meiner Sicht aber viel mit der hohen staatlichen Förderung zu tun. Spannend wird es, wenn sich das einmal ändert. Wenn die Subventionen wegfallen, wird sich die Elektromobilität erst so richtig beweisen müssen.“

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Entwicklungsredakteur