Tiemeyer will bei der E-Mobilität den Ton im Ruhrgebiet angeben

Autor: Christoph Seyerlein

Die Bochumer Handelsgruppe hat 2019 Rekordzahlen hingelegt und befindet sich weiter auf Wachstumskurs. Vor allem bei den großen Trendthemen der Branche will Tiemeyer künftig punkten.

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Die Tiemeyer-Führungsmannschaft (v.l.): Vorstandschef Heinz-Dieter Tiemeyer, Geschäftsführer Dirk Reitzer, Betriebsleiter Salvatore Liebertini.
Die Tiemeyer-Führungsmannschaft (v.l.): Vorstandschef Heinz-Dieter Tiemeyer, Geschäftsführer Dirk Reitzer, Betriebsleiter Salvatore Liebertini.
(Bild: Tiemeyer)

Die Tiemeyer-Gruppe befindet sich weiter auf Wachstumskurs. Wie das Unternehmen mit Hauptsitz in Bochum mitteilte, erwirtschaftete es im vergangenen Jahr mit 683 Millionen Euro einen neuen Rekordumsatz. Im Vergleich zu 2018 legten die Erlöse um 61 Millionen Euro zu. Auch bei der Rendite habe man zugelegt und liege über dem Branchendurchschnitt, hieß es vom Unternehmen. Konkrete Zahlen dazu nannte Tiemeyer jedoch nicht.

Auch beim Absatz setzte der Volkswagen-Händler neue Bestmarken. 2019 setzte die Gruppe 19.605 Gebrauchtwagen, 10.522 Neuwagen und 1.392 Vorführwagen ab. Zusammen ergibt das 31.519 Fahrzeuge, was eine Steigerung um 3.581 Einheiten im Vergleich zu 2018 bedeutet.

Im Aftersales vermeldete Tiemeyer ebenfalls positive Zahlen. Im vergangenen Jahr verkaufte die Gruppe 207.984 Servicestunden – rund 6 Prozent mehr als 2018. Das führte zu einem Umsatzanstieg von rund zwei Millionen auf nun 84 Millionen Euro in jenem Bereich.

Auch strukturell ist die Handelsgruppe zuletzt weiter gewachsen. So gab Tiemeyer erst kürzlich die Eröffnung eines Seat-Standorts in Duisburg und die Übernahme der beiden Betriebe des Autohauses Plätz in Oberhausen bekannt. Zudem zählt die Scheider-Gruppe seit dem Jahreswechsel komplett zu Tiemeyer. Ab dem 1. September 2020 werden darüber hinaus die vier Schauerte-Betriebe in Plettenberg (2), Werdohl und Finnentrop, die seit 2017 zur Gruppe gehören, bislang aber nur den Beinamen „ein Unternehmen der Tiemeyer-Gruppe“ tragen, offiziell den Namen Tiemeyer bekommen.

Tiemeyer will bei Branchentrends vorangehen

Dem rasanten Wachstum der Gruppe trägt das Unternehmen mit einer organisatorischen Neuausrichtung Rechnung. Ab September 2020 fassen die Bochumer ihre unterschiedlichen Gesellschaften zu einer zusammen – der Tiemeyer AG. Darüber hinaus baut die Firma aktuell eine Tiemeyer-Akademie auf, um künftig Mitarbeiter in verschiedenen Themenbereichen gezielter schulen und weiterbilden zu können.

Für 2020 haben sich Vorstandschef und Inhaber Heinz-Dieter Tiemeyer und sein Team trotz sich eintrübender Konjunktur erneut viel vorgenommen. Unter anderem hat es sich die Gruppe zum Ziel gesetzt, der Vorreiter für Elektromobilität im Ruhrgebiet, dem bergischen Land und dem Sauerland zu werden. Dafür investiert Tiemeyer aktuell rund 450.000 Euro in Ladeinfrastruktur und die Umsetzung der Standards, die der Hersteller von seinen Händlerpartnern verlangt. „Die E-Mobilität stellt zukünftig einen enorm wichtigen Ertragszweig für uns dar und wir sind bereits jetzt bestens hierauf vorbereitet und freuen uns auf die Entwicklungen“, so Tiemeyer.

Einem weiteren Branchentrend – der zunehmenden Digitalisierung – begegnet die Gruppe seit 2019 unter anderem mit einem neu gegründeten Online-Vertriebsteam. Sein Vermietgeschäft will Tiemeyer ab Mai 2020 um Wohnmobile und Pferdeanhänger erweitern.

Nach den jüngsten Übernahmen und Erweiterungen zählen inzwischen 24 Standorte zur Gruppe. Im Portfolio hat Tiemeyer Fahrzeuge die Marken VW, VW Nutzfahrzeuge, Skoda, Seat und Cupra. Für das Handelsunternehmen arbeiten derzeit rund 1.500 Beschäftigte.

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 Christoph Seyerlein

Christoph Seyerlein

Fachredakteur Next Mobility