Software-Probleme beschädigen Liqui-Moly-Gewinn

Halbjahresertrag fiel um rund 30 Prozent

| Autor: Steffen Dominsky

(Foto: Liqui Moly)

Liqui Moly fährt überraschend im Rückwärtsgang. In einer Pressemeldung mit dem Titel „Fehlermeldung im Öl“ berichtet Ernst Prost, der Geschäftsführer des Schmiermittel-Produzenten, dass das Unternehmen für das Gesamtjahr mit einem deutlichen Gewinnrückgang rechnet. „Wären wir börsennotiert, müsste ich eine Gewinnminderungswarnung herausgeben“, wird Prost zitiert. Die Ursache dafür ist so banal wie ärgerlich: Die notwendige Erneuerung der Unternehmenssoftware im Januar hat sich zur Dauerbaustelle entwickelt. Mit der Software managt Liqui Moly unter anderem seinen Einkauf, steuert die Produktion, wickelt den Versand ab und stellt Rechnungen. Sie ist daher zentraler Erfolgs- oder eben Misserfolgsfaktor.

Die alte Software war Jahrzehnte alt und stieß zunehmend an ihre Grenzen. Daher löste der Schmierstoff- und Additivspezialist sie zum Jahreswechsel ab. Doch statt der erwartbaren kleineren Einführungsprobleme gab es massive Schwierigkeiten, die bis heute andauern. Schwierigkeiten, die sich ganz unmittelbar auf den Geschäftsbetrieb auswirken. „Trotz der Unterstützung durch renommierte Softwarehäuser gelingt es uns noch immer nicht, auf dem Level zu produzieren und zu liefern, das wir erwarten und das unsere Kunden von uns erwarten“, erklärt Prost. Die Kunden sind verärgert und Liqui Moly muss erhebliche Mehrkosten tragen, etwa Luftfracht-Kosten, wenn dringend benötigte Ware wegen der Probleme nicht rechtzeitig verschifft werden kann.

Im Vergleich zum ersten Halbjahr 2018 ging der Umsatz leicht um 0,8 Prozent auf 259,6 Millionen Euro zurück. Der Halbjahresertrag jedoch fiel um rund 30 Prozent auf elf Millionen Euro. Dies bedeute aber nur eine Delle im Gewinn. „Blinden Aktionismus in Form von Kurzarbeit oder Stellenabbau wird es bei uns nicht geben“, erklärt Prost. Bis zum Jahresende, hofft er, sollen die Computerprobleme gelöst sein.

Kommentare werden geladen....

Ihr Kommentar zum Thema

Der Kommentar wird durch einen Redakteur geprüft und in Kürze freigeschaltet.

Anonym mitdiskutieren oder einloggen Anmelden

Avatar
Zur Wahrung unserer Interessen speichern wir zusätzlich zu den o.g. Informationen die IP-Adresse. Dies dient ausschließlich dem Zweck, dass Sie als Urheber des Kommentars identifiziert werden können. Rechtliche Grundlage ist die Wahrung berechtigter Interessen gem. Art 6 Abs 1 lit. f) DSGVO.
  1. Avatar
    Avatar
    Bearbeitet von am
    Bearbeitet von am
    1. Avatar
      Avatar
      Bearbeitet von am
      Bearbeitet von am

Kommentare werden geladen....

Kommentar melden

Melden Sie diesen Kommentar, wenn dieser nicht den Richtlinien entspricht.

Kommentar Freigeben

Der untenstehende Text wird an den Kommentator gesendet, falls dieser eine Email-hinterlegt hat.

Freigabe entfernen

Der untenstehende Text wird an den Kommentator gesendet, falls dieser eine Email-hinterlegt hat.

copyright

Dieser Beitrag ist urheberrechtlich geschützt. Sie wollen ihn für Ihre Zwecke verwenden? Kontaktieren Sie uns über: support.vogel.de/ (ID: 46017726 / Service)

Plus-Fachartikel

Volvo: „Wir setzen unser Wachstum fort“

Volvo: „Wir setzen unser Wachstum fort“

Volvo elektrifiziert konsequent sein Modellportfolio. Der Wermutstropfen für die Händler ist: Bei den Stromern und Plug-in-Hybriden sinkt die Grundmarge. Geschäftsführer Thomas Bauch schildert, wie er das wettmachen will, und warum sich der Importeur strukturell neu aufstellt. lesen

Unternehmensfinanzierung: Auf sichere Beine stellen

Unternehmensfinanzierung: Auf sichere Beine stellen

Jeder Betrieb braucht eine sinnvoll geregelte Finanzierung, um das tägliche Geschäft betreiben zu können. Dabei sollte man nach Ansicht des Unternehmensberaters Carl-Dietrich Sander einige wichtige Grundsätze beachten. lesen