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Solarzellen des Sion verschmelzen mit Fahrzeug-Außenhaut

Redakteur: Svenja Gelowicz

Die Solarzellen sind ein zentrales konstruktives Element des Sono Sion. Nach aktuellen Angaben liefern sie Strom für bis zu 34 Kilometer Reichweite am Tag. Vor allem aber ist inzwischen ihre kaum noch sichtbare Integration in die Fahrzeug-Hülle gelungen.

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Sono Motors hat das Außendesign des Elektroautos Sion vollendet. Neben optischen Veränderungen am Heck sind nun vor allem die Solarzellen kaum noch sichtbar in die Außenhaut integriert.
Sono Motors hat das Außendesign des Elektroautos Sion vollendet. Neben optischen Veränderungen am Heck sind nun vor allem die Solarzellen kaum noch sichtbar in die Außenhaut integriert.
(Bild: Sono Motors)

Sono Motors hat das Außendesign seines Solar-Stromers Sion fertiggestellt. Hauptaufgabe für die Designer und Techniker war dabei die vollflächige Integration der Solarmodule in die Karosserie. Sie ist das konzeptionelle wie designprägende Alleinstellungsmerkmal des Fahrzeugs.

„Seit der Vorstellung unseres ersten Prototypen im Sommer 2017 haben wir die Technologie zur Solar-Integration, an der wir seit 2016 arbeiten, weiterentwickelt“, sagte Mathieu Baudrit, Leiter Forschung und Entwicklung Solar-Integration bei Sono Motors, laut einer Pressemitteilung. Bis zu 34 Kilometer an zusätzlicher Reichweite sollen die Solarzellen unter günstigen Bedingungen ermöglichen. An den bisher gezeigten Prototypen waren die Solarzellen noch wenig attraktiv angebracht, jetzt sind sie Teil der Fahrzeug-Außenhaut.

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Auch die Abmessungen des Sono Sion haben sich in den zurückliegenden Monaten verändert. Er wird größer, länger und breiter, wirkt insgesamt gestreckter. Dadurch entstehe für die Passagiere mehr Innenraum, speziell stehe mehr Fußraum zur Verfügung, heißt es in der Mitteilung.

Das Heck des E-Vans wird etwas markanter und stufiger, zusammen mit den LED-Rückleuchten soll es dreidimensionaler wirken. Die Sono-Community ist an der Entscheidung über Fahrzeugdetails beteiligt. Bisher wurden 9.417 Sion reserviert – Anfang Dezember waren es knapp unter 9.000 Reservierungen. Losgehen sollen die Auslieferungen Ende 2019, und zwar mit einer Ausstattungsvariante für 25.500 Euro.

Damit das Auto überhaupt zum Laufen kommt, greift Sono Motors auf etablierte Automobilzulieferer zurück. Die Batteriesysteme etwa liefert Elring-Klinger. Motor, Getriebe und Leistungselektronik kommen von Continental. Vor Kurzem hat das Start-up zudem bekannt gegeben, dass die zentrale Steuereinheit und eine Software für die Vernetzung des Solarautos von Bosch kommen. Dadurch soll das erste in Serie gebaute Fahrzeug für Car- und Ridesharing ausgelegt sein – sowie für „Powersharing“. Letzteres meint die Möglichkeit, überschüssige Energie aus den Solarzellen beispielsweise an andere E-Autos abzugeben. Der Sion ist somit also auch ein Energiespeicher – zumindest, wenn es nach den Vorstellungen der Gründer geht.

Die Datenverbindung des Sion mit der Cloud soll künftig eine Connectivity Control Unit (CCU) von Bosch steuern. Außerdem unterstützt die Bosch Automotive Cloud Suite viele Funktionen der sogenannten „Go Sono-App“ von Sono Motors. Die Vernetzung mit der Cloud soll die Basis für digitale Mobilitätsdienste sein, beispielsweise einem Service zum Laden von E-Fahrzeugen.

Hinter diesem Konzept stehe die Idee, das Fahrzeug so vielen Benutzern wie möglich zugänglich zu machen. Über eine mobile Anwendung, die alle Mobilitätsdienstleistungen integriert, können das Fahrzeug selbst, eine Fahrt oder Energie geteilt werden. Neben der Fahrzeugentwicklung und -fertigung ist das Angebot von Mobilitätsdienstleistungen die zweite Säule des Geschäftsmodells von Sono Motors.

Über das Solarfahrzeug „Sion“ von Sono Motors

Das Solarfahrzeug Sion von Sono Motors eignet sich vor allem für urbane Mobilität. Doch Ende des vergangenen Jahres musste das Start-up eingestehen, ihre Preiserwartung für den Akku des Autos bei Weitem nicht einhalten zu können. Statt der angepeilten 4.000 Euro werde der Akku voraussichtlich 9.500 Euro kosten. Grund sei unter anderem, dass die Nachfragen an Elektromobilität in den letzten Jahren rasant gestiegen sei und damit auch die Preise für Batterien stark angezogen hätten. Kunden, die den Akku mieten wollen, müssen mit einer monatlichen Rate zwischen 90 und 140 Euro rechnen. Der Kaufpreis für das Auto ohne Batterie wird weiter mit 16.000 Euro kommuniziert.

Die Batterie kann laut Sono Motors über das Stromnetz sowie über in die Karosserie integrierte Solarzellen geladen werden. Dadurch sei ein CO2-neutraler Fahrbetrieb möglich. Außerdem soll die Batterie auch Energie abgeben können. Das beauftragte Batteriesystem soll eine reale Reichweite von 250 Kilometer ermöglichen.

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