Statische Aufladung einfach wegblasen

Autor: Ottmar Holz

Mit einem elektrostatisch aufgeladenen Gegenstand – beispielsweise einem Luftballon – kann man kleinen Kindern auf einer Geburtstagsfeier viel Spaß bereiten. Doch beim Lackieren ist ungewollte statische Aufladung eher lästig.

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Die „Ionstar“ wird wie eine handelsübliche Ausblaspistole bedient.
Die „Ionstar“ wird wie eine handelsübliche Ausblaspistole bedient.
(Bild: Holz / »kfz-betrieb«)

Die Hermann Lack-Technik GmbH aus Pösing hat ihr Sortiment um eine Antistatik-Pistole erweitert. Das Gerät benötigt keine externe Stromversorgung oder Trafo. Es unterscheidet sich damit von von den bisher im Markt bekannten Entladungsgeräten. Eine in der Pistole integrierte Turbine gewinnt aus der zugeführten Druckluft die elektrische Energie für einen piezokeramischen Hochspannungswandler.

Mittels einer Wolframelektrode erzeugt die Pistole aus der Hochfrequenz-Wechselspannung positiv und negativ aufgeladene Ionen, die der Anwender mit dem Druckluftstrahl auf das Werkstück bläst. Dort eliminiert die ionisierte Luft vorhandene statische Aufladungen – unabhängig davon, ob das Bauteil positiv oder negativ geladen ist. Dieser Effekt ist besonders beim Lackieren von Kunststoffbauteilen wie Spoilern, Stoßfängern oder Spiegelgehäusen sehr nützlich.

Da Kunststoff meist keinen Strom leitet, können elektrische Aufladungen kaum über übliche Erdungsbänder abfließen und ziehen gegenteilig geladene Partikel wie Staubflusen oder Feuchtigkeitströpfchen an. Diese führen zu ungewollten Fehlern in der Lackschicht, die der Betrieb später aufwendig ausschleifen und polieren muss.

Bei Metallic-Lack kann eine eine statische Aufladung gegebenenfalls auch die Ausrichtung der Farbpigmente im Lack und damit den Farbton beeinflussen. Im Extremfall kann eine genügend starke Aufladung zu einer Funkenbildung und damit zur Explosion eines zündfähigen Lacknebels führen.

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Nach Angaben des Anbieters reduziert das neue Produkt die Zahl von Staubeinschlüssen um circa 30 Prozent, dies schlage sich auch in einer entsprechend geringeren Nacharbeitsquote nieder.

Das Gerät ist laut Anbieter wartungsfrei, arbeitet mit drei bis fünf bar Druck und hat eine Standzeit von circa 3.000 Stunden. Da sie keine externe Stromzuführung besitzt, könne sie der Anwender auch direkt in der Lackierkabine einsetzen.

Die Herrmann Lack-Technik bietet die Entladungspistole für 1.225 Euro an.

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Redakteur Service und Technik