Stern Auto übernimmt ostdeutsche Niederlassungen

Autor: Udo Schwickal

Jetzt ist es offiziell: Stern Auto, eine Tochtergesellschaft der chinesischen Handelsgruppe Lei Shing Hong, übernimmt sämtliche Mercedes-Benz-Niederlassungen in Ostdeutschland.

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(Foto: Richter)

Die Daimler AG und die Stern Auto GmbH haben sich auf die Übernahme der ostdeutschen Niederlassungsstandorte von Mercedes Benz geeinigt. Mit der Unterzeichnung des Kaufvertrags am Freitag bestätigten sich die Spekulationen, dass die insgesamt 15 Betriebsstätten in Leipzig, Dresden, Magdeburg, Schwerin, Rostock, Valluhn und Upahl im Paket verkauft werden. Über die Höhe des Kaufpreises schwieg sich der Autobauer aus.

Mit dem Verkauf an einen langjährigen Partner will Daimler nach eigenen Angaben den Fortbestand der Betriebe und der rund 1.500 Arbeitsplätze sicherstellen. Die Stern Auto GmbH ist eine Tochtergesellschaft der chinesischen Lei-Shing-Hong-Group (LSH), die seit Jahren mit Daimler im Geschäft ist. Für die Kunden soll sich am Verkaufs- und Serviceangebot an allen Standorten nichts ändern.

Weltweit einer der größten Mercedes-Benz-Vertreter

Aus Sicht von Daimler ist der Käufer die beste Wahl. „Mit der LSH Group als einer der größten Mercedes-Benz-Vertriebspartner weltweit haben wir einen renommierten und sehr erfahrenen Mercedes-Benz-Händler gefunden, der den Erfolg des Mercedes-Benz-Vertriebs in Ostdeutschland sichern wird“, sagte Carsten Oder, Leiter Mercedes-Benz-Vertrieb Deutschland, zu dem Verkauf.

Stern Auto hat bereits im vergangenen Jahr das Autohaus Russ & Janot in Erfurt übernommen und ist mit dem Betrieb nach eigenen Angaben erfolgreich im deutschen Markt gestartet. „Mit der Übernahme dieser weiteren Mercedes-Benz-Standorte setzen wir unser Wachstum in Deutschland fort“, sagte Wolfram Geisler, Geschäftsführer der Stern Auto GmbH. Sein Unternehmen wolle das Geschäft kontinuierlich und stabil weiterführen, um weiterhin ein verlässlicher Partner für Kunden und Mitarbeiter zu sein.

Die Mercedes-Benz-Vertriebsgesellschaft mbH und die IG Metall hatten sich bereits über wesentliche Inhalte eines Tarifsozialplans zur Absicherung sämtlicher Arbeitsbedingungen der Mitarbeiter in den ostdeutschen, bisher konzerneigenen Mercedes-Benz-Autohäusern verständigt. Dazu zählen unter anderem Betriebsvereinbarungen zur Vergütungsregelung der Mitarbeiter, die Sicherung der betrieblichen Altersversorgung nach dem Übergang an neue Eigentümer und die Zahlung von Mitarbeiter-Boni sowie die Festlegung der Höhe der Erfolgsbeteiligung im Rahmen des Betriebsübergangs.

Die Stern Auto GmbH ist die deutsche Tochtergesellschaft der Lei-Shing-Hong-Group (LSH) mit Sitz in Hong Kong. LSH ist die weltweit größte Handelsgruppe für Mercedes-Benz-Pkw. Das Unternehmen arbeitet seit mehr als 40 Jahren mit den Stuttgartern zusammen und betreibt derzeit rund 180 Vertriebs- und Servicestützpunkte mit Schwerpunkt in Asien und Australien.

Zahlreiche Standorte sind inzwischen verkauft

In den letzten Wochen hat der Konzern bereits zahlreiche westdeutsche Niederlassungen an Händler verkauft. Die Schweizer Kestenholz-Gruppe hatte die Standorte Freiburg und Bad Säckingen übernommen. Das Autohaus Wackenhut kaufte die Mercedes-Benz-Niederlassung Baden-Baden. Die Dependance in Ravensburg ging an die Riess-Gruppe. Rosier und Beresa sicherten sich Standorte in Oldenburg und Ostwestfalen. Jüngst wurde bekannt, dass die Torpedo-Garage künftig die bisherige Niederlassung im Saarland mit fünf Standorten betreibt.

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