Suchen

Subaru gesteht falsche Abgas-Werte ein

| Autor: Christoph Seyerlein

Prüfer zweier Subaru-Werke haben jahrelang die Abgas-Werte zahlreicher Modelle bei der Endkontrolle angepasst. Das geht aus einem offiziellen Report des Herstellers hervor. Für Subaru Deutschland soll das aber keine Folgen haben.

Firmen zum Thema

Bei der Fahrzeugabnahme in zwei Subaru-Werken ist nicht alles korrekt abgelaufen.
Bei der Fahrzeugabnahme in zwei Subaru-Werken ist nicht alles korrekt abgelaufen.
(Bild: Subaru)

Subaru droht Ärger wegen der eigenen Abgas-Werte. Der Hersteller bestätigte am Montag, dass es in den beiden Werken in Gunma und Yajima zu Ungereimtheiten in der Abschlusskontrolle gekommen ist. Demnach hätten Mitarbeiter zwischen Dezember 2012 und November 2017 für 903 der insgesamt knapp 7.000 in diesem Zeitraum kontrollierten Fahrzeuge die Abgas- und Spritverbrauchswerte „auf unkorrekte Art und Weise verändert“. Offenbar hatten teilweise die Vorgesetzten der Prüfer die Order ausgegeben, die Daten anzugleichen, sollten sie den internen Durchschnittswerten von Subaru nicht entsprechen.

Allerdings könnte es noch in mehr Fällen zu Manipulationen gekommen sein. Daten vor dem November 2012 hat Subaru nicht archiviert, der Hersteller schreibt selbst, dass es „sehr wahrscheinlich“ sei, dass bereits ab 2002 die Werte teilweise geschönt wurden. In ihrer Stellungnahme wiesen die Japaner darauf hin, dass das Management von den Praktiken nichts gewusst habe.

Subaru verweist zudem darauf, dass die Ungereimtheiten keine Auswirkungen auf Kunden und Händler haben sollen. Rückrufaktionen aufgrund der geschönten Werte seien nicht geplant. Subaru Deutschland sagte »kfz-betrieb« auf Anfrage, man sei nach wie vor auf dem Stand, dass alle Autos die gesetzlichen Vorgaben erfüllen. Der Importeur bezieht seine Fahrzeuge zwar aus Japan, außerhalb seines Heimatlands produziert Subaru nur in den USA. Die von der Thematik betroffenen Autos seien nach Aussage des Herstellers aber nur für den japanischen Markt bestimmt gewesen, die Endkontrollen hätten sich allein auf japanische Vorgaben bezogen.

Die Probleme in der Qualitätssicherung von Subaru waren erstmals bereits Ende 2017 bekannt geworden. Damals hatte das japanische Ministerium für Infrastruktur, Transport und Tourismus den Hersteller zu einer genaueren Überprüfung verpflichtet. Der jetzige Report Subarus ist das Ergebnis jener Ermittlungen und bestätigt die Annahme, dass der Hersteller bei den angegebenen Daten geschummelt habe.

(ID:45290234)

Über den Autor