Toyota kauft private Oldtimersammlung Pichert

Autor: Andreas Grimm

Die mutmaßlich einzige private Sammlung von Toyota-Oldtimern geht in den Besitz des Importeurs über. Der will den Zugang zur Sammlung erleichtern. Daneben haben alle Besitzer alter Toyota-Fahrzeuge Grund zur Freude.

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Die bisher private Sammlung Pichert mit 100 alten Toyota-Modellen geht an den Importeur über und wird in Köln neu konzipiert.
Die bisher private Sammlung Pichert mit 100 alten Toyota-Modellen geht an den Importeur über und wird in Köln neu konzipiert.
(Bild: Toyota)

Toyota Deutschland investiert in die Markenhistorie. Zum 1. Juli hat der Importeur dazu das Inventar des ersten und mutmaßlich einzigen Toyota-Museums in Deutschland gekauft und überführt die 107 Toyota-Fahrzeuge der Sammlung Pichert sowie mehrere Tonnen Ersatzteile in die Zentrale nach Köln. „Wir wollten die Sammlung in ihrer Gesamtheit erhalten und damit die Darstellung unserer Markenhistorie stärken“, erklärt Thomas Schalberger, Leiter der Presse- und Öffentlichkeitsarbeit, die Übernahme.

Die Sammlung geht auf Peter Pichert sen. zurück, der mit seinem Passauer Autohaus seit Anfang der 1970er Jahre Toyota-Modelle verkauft und damit einer der Vertriebspartner der ersten Stunde für Toyota in Deutschland war. Mit Akribie und Leidenschaft trug er die Modelle zusammen, laut seiner Tochter Birgit Pichert getragen von der Idee, jedes in Deutschland erhältliche (Grund-)Modell auch auszustellen. 1994 mündete die Sammelleidenschaft dann in die Gründung des Toyota-Museums in Hartkirchen im Landkreis Passau.

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Im vergangenen Jahr ist Peter Pichert sen. verstorben. Seither standen die Erben vor der Frage, wie sie mit der Sammlung verantwortungsvoll umgehen sollten. „Nach dem Tod unseres Vaters fehlte uns einfach die Arbeitskraft und die Kompetenz. Oldtimer müssen schließlich laufend gewartet werden“, sagte Birgit Pichert im Gespräch mit »kfz-betrieb«. In der Übergabe an Toyota Deutschland sehe man ein zukunftsfähiges Konzept und „wir wissen das Erbe unseres Vaters in guten und verantwortungsbewussten Händen“. Zum Kaufpreis wollten sich beide Seiten nicht äußern.

Zu sehen waren in dem Museum, das bislang keine festen Öffnungszeiten hatte, dessen Besucher aber über einen benachbarten Gasthof Zutritt erhielten, verschiedenste Modelle, angefangen beim Kleinwagen Toyota 1000 und seinen Nachfolger Starlet, dazu mehrere Kompaktwagen-, Limousinen- und Coupé-Generationen sowie Land-Cruiser-Baureihen. Auch ein frühes Präsentationsmodell des Hybrid-Pioniers Prius ist zu sehen.

Höchstpreise für James-Bond-Dienstwagen

Ein Highlight ist aber sicher der Sportwagen 2000 GT, der eine elementare Rolle im James-Bond-Streifen „Man lebt nur zweimal“ spielte. Nur rund 350 Einheiten sollen von dem Modell gebaut worden sein, entsprechend sollen für Exemplare dieser Baureihe angeblich schon Preise von 1,2 Millionen Euro aufgerufen worden sein. In Deutschland ist Schalberger zufolge derzeit die Existenz von drei Fahrzeugen bekannt.

Wie es mit der Sammlung weitergeht, steht im Einzelnen noch nicht fest. Tom Fux, Geschäftsführer von Toyota Deutschland, spricht in einem Faktenblatt zum Besitzerwechsel von der Sammlung Pichert als „Grundstock für unser eigenes Museum“. Ende des Jahres soll die Sammlung in Köln wieder zugänglich sein. Präsentiert werden die Oldtimer zunächst in der bereits bestehenden Halle auf dem Toyota Campus mit 1.800 Quadratmetern Fläche, die laut Schalberger sofort einsatzbereit ist.

Als jederzeit zugängliches Museum eignen sich Gebäude und Lage allerdings nicht. Dennoch soll die Sammlung lebendig präsentiert werden und „mehr Menschen als bisher zugänglich werden“. An eine Oldtimer-Ausstellung als Event-Location, wie sie etwa der private Mazda-Sammler und Autohändler Walter Frey in Augsburg konzipiert hat, denkt Toyota bisher ebenfalls nicht.

Entspannung am Ersatzteilmarkt

Interessant ist der Verkauf der Sammlung für alle Besitzer alter Toyota-Fahrzeuge nicht zuletzt wegen der Ersatzteile. Auch sie gehen in den Besitz des Importeurs über. Wie sie vermarktet und zugänglich gemacht werden, ist allerdings noch nicht klar. Sie werden zunächst katalogisiert, eine Entscheidung über die Vermarktung soll bis Ende des Jahres fallen. Auch einen Vertrieb über ausgewählte Händler schließt Schalberger nicht aus.

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Über den Autor

 Andreas Grimm

Andreas Grimm

Fachredakteur Management & Handel, Redaktion »kfz-betrieb«