Fahrbericht Den Toyota Yaris gibt es nur noch als Hybrid

Quelle: sp-x 3 min Lesedauer

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Der Toyota Yaris verabschiedet sich vom reinen Benzinantrieb. Dafür gibt’s mit dem Facelift einen zweiten, stärkeren Hybridantrieb, den sich die Japaner aber ordentlich bezahlen lassen.

Toyota hat den Yaris geliftet.(Bild:  Toyota)
Toyota hat den Yaris geliftet.
(Bild: Toyota)

Im Laufe seiner 25-jährigen Modellgeschichte hat sich der Toyota Yaris zum zuverlässigen Dauer-Bestseller entwickelt. Weltweit wurden bislang über zehn Millionen Einheiten verkauft. In Deutschland trägt gut jeder dritte neue Toyota den Yaris-Schriftzug.

Mit der neuesten Überarbeitung setzen die Japaner bei ihrem Kleinwagen nur noch auf Hybrid – zu sehr selbstbewussten Preisen ab 25.500 Euro. Der bisher noch angebotene, eher freudlose 72-PS-Benziner kommt aufs Abstellgleis. Kein Problem, entschieden sich bisher doch schon 85 Prozent der Käufer in Deutschland für den Hybridantrieb, also die Kombination aus Verbrenner und E-Antrieb.

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Toyota und Hybrid, das gehört eben zusammen wie Köln und Karneval. Da ist es nur konsequent, dass die Japaner mit dem Modelljahr 2024 ihren kleinen Dauerläufer ausschließlich mit Hybridantrieb anbieten. Wirklich konsequent wäre zwar der Schritt hin zum E-Antrieb. Den bringt Toyota auch noch in diesem Jahr, allerdings im SUV-Format mit dem Yaris Cross.

Neue Variante mit 14 PS mehr

Beim kleinen Fünftürer bleibt’s also beim Hybrid, aber den gibt es ab sofort gleich zweifach. Denn die Japaner stellen der bewährten, 116 PS starken Kombination aus 1,5 Liter großem Dreizylindermotor und Elektroaggregat nun eine Variante mit 130 PS Systemleistung zur Seite. Das Plus an Leistung stammt von einem stärkeren E-Motor (84 statt 80 PS), dem Transaxle-Getriebe der neuen, mittlerweile fünften Hybrid-Generation sowie einer geänderten Software. Es ist schon bewundernswert, wie die Ingenieure auch nach 27 Jahren aus ihrer Hybridtechnik immer noch etwas mehr Leistung herauskitzeln.

Allerdings muss man sich fragen, wem die 14 Extra-PS mindestens 31.900 Euro wert sein sollen. Denn das 130-PS-Aggregat gibt es erst ab dem fünften von insgesamt acht Ausstattungsniveaus. Da wird sich bei den Käufern die Spreu vom Weizen trennen: Hier diejenigen, die einfach ein schickes, sparsames Auto suchen – mit dem Facelift kostet der Yaris trotzdem mindestens 25.500 Euro – dort die anderen, die bis zu 34.900 Euro für einen Kleinwagen hinblättern, weil sie Wert auf viele Extras und etwas mehr Fahrspaß legen.

Überarbeitetes Multimediasystem

Den bietet der stärkere Hybrid. Die paar PS mehr sind dabei weniger spürbar als das um 30 Prozent gestiegene Drehmoment. 185 Newtonmeter sind zwar immer noch nicht die Welt, kommen aber dem Wumms moderner Turbomotoren in dieser Fahrzeugklasse ziemlich nahe. Und zwar, ohne den mit einem stufenlosen Automatikgetriebe gekoppelten Dreizylinder ständig am Drehzahlbegrenzer entlang orgeln zu lassen.

Der neue Motor fühlt sich in allen Lebenslagen etwas kraftvoller an. Allerdings lässt auch er die Passagiere stets hören und spüren, dass hier nur drei Zylinder unter der Haube werkeln.

Mit dem Modelljahr 2024 bekommt der Yaris die mittlerweile klassenüblichen digitalen Instrumente. Sie lassen sich in diversen Ansichten einstellen und den Vorlieben des Fahrers anpassen. Auch das Multimediasystem wurde verbessert. Eine cloudbasierte Navigation samt Echtzeit-Verkehrsinformationen und Sprachsteuerung für die wichtigsten Fahrzeugfunktionen ist jetzt serienmäßig an Bord und Updates von Multimediasystem sowie Fahrassistenten werden „Over the Air“ aufgespielt. All das aber nur im 130-PS-Modell. Käufer der 116 PS starken Variante müssen grundsätzlich per Apple Carplay oder Android Auto navigieren und dazu das Smartphone altertümlich mit einem Kabel anschließen.

Für 26.700 Euro ist alles notwendige an Bord

Ansonsten bringt die Modellüberarbeitung ein paar neue Sicherheitsfunktionen wie den proaktiven Fahrassistenten, der vor Kurven oder beim Auffahren auf ein langsameres Auto automatisch das Gas wegnimmt. Die meisten Updates sollen jedoch den Fahrkomfort erhöhen. So bimmelt der Spurverlassenswarner nicht gleich los, wenn der Fahrer einem Hindernis ausweicht und der Tempomat übernimmt nun automatisch Geschwindigkeitsbegrenzungen.

Ob all das die Verkaufszahlen signifikant hochtreibt, ist fraglich. Allein wegen der 14 PS mehr werden sich die Wenigsten den stärkeren Motor leisten. Den besten Gegenwert bietet auch weiterhin die Version „Team Deutschland“. Für 26.700 Euro ist alles notwendige an Bord, samt digitalem Cockpit, Sitz- und Lenkradheizung sowie Ladeschale fürs Handy. Jedoch muss man dann mit nur 116 PS unter der Haube leben können. Wer weniger ausgeben will, muss nun auf den noch kleineren Aygo umsteigen. Den gibt’s weiter als günstigen Benziner.

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