Update fürs Oldtimer-Radio

MP3, USB und Bluetooth im Klassiker

| Autor: sp-x

Update für den Oldie – ohne das H-Kennzeichen zu verlieren.
Update für den Oldie – ohne das H-Kennzeichen zu verlieren. (Bild: Autodrom)

Selbst Kleinwagen wie der Mini Cooper lassen heute mit ihrem serienmäßigen Sound-System aufpreispflichtige Car-HiFi-Anlagen aus dem letzten Jahrhundert sprichwörtlich alt aussehen. Vom optionalen Harman Kardon mit Center-Speaker und doppelten Zentralbässen unter den Vordersitzen ganz zu schweigen. Doch nicht nur der technische Fortschritt im Infotainment-Bereich setzt Oldtimer-Radios zu. Auch der Zahn der Zeit nagt besonders an den Lautsprecher-Membranen respektive deren Aufhängungen.

Das lässt ungeachtet des puristischen Fahrgefühls schnell den Wunsch nach einem Update für den Oldie aufkommen. Das ist aber gar nicht so leicht. Wer seinem Interieur mit Blechschere und Säge zu Leibe rückt, um Türen oder Ablagen mit fetten Lautsprechern und den Kofferraum mit dicken Endstufen zu spicken, hat beste Chancen, sein H-Kennzeichen zu verlieren – vom erhabenen Gefühl, einen originalgetreuen Oldtimer zu fahren ganz zu schweigen.

Doch es gibt eine ganze Reihe von Lösungen. Die meisten davon bleiben unter dem Radar, denn die Autohersteller haben mit ihrem reichhaltigen Ab-Werk-Angebot hochkarätiger HiFi-Anlagen von Marken wie Burmester (Mercedes, Porsche), Bowers & Wilkins (BMW, Volvo, Maserati, McLaren), Bose (Mazda, Cadillac, Opel) oder Harman Kardon (BMW, Volvo, Kia) die klassische Einbauer-Szene aus dem letzten Jahrhundert nachhaltig ausgedünnt.

Überraschenderweise gibt es noch ein recht reichhaltiges Angebot für Autos wie die erste 3er-Reihe von BMW, die für ovale Lautsprecher im Format 4 x 6 Zoll (10 x 15 cm) ausgelegt war. Statt der direkt vom Hersteller immer noch lieferbaren Breitband-Lautsprecher (ein Viererpack für die Öffnungen im Fußraum und auf der Hutablage kostet rund 82 Euro) gibt es auch technisch aufwändigere Zwei-Wege-Systeme von Alpine (35 Euro), Ampire (60 Euro) oder JBL (70 Euro). Dieses Format wurde seinerzeit von vielen Autoherstellern verwendet. Neben BMW, die solche Lautsprecher auch in der 5er-Reihe E12 und E28 einsetzten, kam es auch bei VW, Fiat, Lancia, Nissan, Seat, Daewoo zum Einsatz.

Es gibt sogar noch mehr Lautsprecher, die von Höhe und Breite in die serienmäßigen Einbauschächte passen würden, doch sind einige davon von der Tiefe nicht geeignet. Das liegt an besonders starken, großen Antriebsmagneten, aber auch an weit herausstehenden Membran-Aufhängungen oder besonders üppigen zentral angeordneten Hochtönern. Dann würden zumindest andere, auffällig hervorstehende Abdeckungen nötig, was für den auf originalgetreues Erscheinungsbild bedachten Oldtimer-Besitzer schon grenzwertig erscheint. Wer mit seinem Schätzchen nicht zum Einbauer geht – es gibt darunter auch auf Oldtimer spezialisierte Fachbetriebe – sollte daher unbedingt darauf achten, dass er die Lautsprecher gegebenenfalls umtauschen kann. Die Alpine SXE 4625 S ließen sich mit den originalen Steckverbindungen und Schrauben im BMW E21 verwenden. Allerdings hängen beispielsweise bei einem Baur Cabrio die Treiber direkt an der Abdeckung. Bei BMW kann man aber für 44 Euro ein vierteiliges Set neuer Abdeckungen bestellen.

Vorgehen gegen den Bass-Mangel

Wer erst mal auf den Geschmack gekommen ist, der dürfte sich schnell mehr Power und einen Subwoofer wünschen. Denn gerade an Bass mangelt es den Autos des letzten Jahrhunderts, die bis in die späten 90er-Jahre ab Werk meist für tiefe Frequenzen viel zu kleine Membranen besaßen. In diesen Punkten gibt es Abhilfe. Eine feine Adresse hierfür ist Audiotec Fischer aus Schmallenberg. Ihre kleinen, aber kräftigen DSP-Endstufen liefern sie mit den Standardanschlüssen vieler Hersteller für Plug & Play aus. Wegen des extrem hohen Wirkungsgrads von rund 95 Prozent emittieren sie so wenig Wärme, dass man sie – sofern genug Platz vorhanden ist – beispielsweise Huckepack auf dem Autoradio einbauen kann.

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