Valeo übernimmt FTE Automotive
Nachdem die EU-Kommission ihre Zustimmung erteilt hat, bestätigt Valeo nun die Übernahme von FTE Automotive. Zuvor hatte sich der Zulieferer von einem eigenen Geschäftszweig trennen müssen.
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Valeo hat nach einem gescheiterten früheren Anlauf FTE Automotive mit Sitz in Ebern (Unterfranken) nun doch übernommen. Durch die Akquisition will der Zulieferer im Bereich der Elektrozylinder-Hydraulik mit Hinblick auf Elektro- und Hybridfahrzeuge weiter wachsen. Einer Mitteilung zufolge sind sowohl das Produktportfolio als auch der Kundenkreis von FTE dem des französischen Unternehmens sehr ähnlich.
Ein erster Anlauf zur Übernahme war im vergangenen Jahr gescheitert, da die Kartellbehörden die Gefahr sahen, dass es in einem Geschäftsbereich (passive hydraulische Aktorenmodule) zu einem kritisch hohen Marktanteil des Valeo-Konzerns gekommen wäre. Inzwischen hat sich Valeo von der entsprechenden Sparte getrennt und sie an den italienischen Zulieferer Raican verkauft.
Zum Kaufpreis macht Valeo selbst keine Angaben. Laut dem „Handelsblatt“ sollen die Franzosen im vergangenen Jahr bereit gewesen sein, 819 Millionen Euro zu zahlen. Das lokale Nachrichtenportal „In Franken“ spricht aktuell von 480 Millionen Euro. So oder so hat der Verkauf dem bisherigen Eigentümer von FTE, dem Finanzinvestor Bain Capital, damit einen mehr oder weniger satten Gewinn eingebracht. Er soll laut „Handelsblatt“ das fränkische Unternehmen im Jahr 2013 für 400 Millionen Euro erworben haben.
FTE Automotive ist ein weltweit tätiger Automobilzulieferer für Antriebsstränge und Bremssysteme für die Automobilindustrie. Das Unternehmen erwirtschaftete 2016 einen Umsatz von 550 Millionen Euro und beschäftigt 3.800 Mitarbeiter in acht Ländern. Die neue Konzernmutter Valeo ist ein wesentlich größerer Zulieferer, der im Jahr 2016 rund 16,5 Milliarden Euro umsetzte. Das französische Unternehmen beschäftigte bisher 106.000 Menschen in 32 Ländern.
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