Varta Autobatterien bekommt neuen Eigentümer

Autor / Redakteur: dpa/gr / Andreas Grimm

Der Autobatterie-Hersteller aus Hannover wechselt im kommenden Jahr den Eigentümer. Auslöser ist die Neuausrichtung des Autozulieferers Johnson Controls, der bei Varta seit 2002 das Sagen hatte.

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(Bild: Varta)

Der US-amerikanische Autozulieferer und Gebäudetechnikspezialist Johnson Controls trennt sich von seinem Geschäft mit Fahrzeugbatterien. Die Sparte Power Solutions, zu der in Deutschland der Autobatterie-Hersteller Varta gehört, werde für 13,2 Milliarden US-Dollar (11,7 Mrd. Euro) an eine Käufergruppe um den Finanzinvestor Brookfield Business Partners verkauft, teilte das Unternehmen am Dienstag im irischen Cork mit.

Weltweit gehören rund 50 Werke und 15.000 Mitarbeiter zur Geschäftseinheit Power Solutions. Die deutsche Traditionsmarke Varta hat im Autobatteriebereich ihren Sitz in Hannover. Mit 1.300 Mitarbeitern ist es der größte Standort der Batteriesparte des US-Konzerns. Das Batteriewerk existiert seit den 30er Jahren und kam im Jahr 2002 zu Johnson Controls. Laut der „Hannoverschen Allgemeinen Zeitung“ kommt der Verkauf bei der Belegschaft gut an.

Das Werk hat nach Aussage des Betriebsratsvorsitzenden Andreas Scherer volle Auftragsbücher. Beim Käufer Brookfield handele es sich um ein professionelles Unternehmen. „Wer uns kauft, will mit uns Batterien produzieren und uns nicht zerschlagen“, sagte Scherer. Er gehe nicht davon aus, dass der Verkauf zu großen Veränderungen führe. Unabhängig von der Autobatterie-Produktion ist die Varta Consumer Batteries GmbH in Ellwangen, die zum Mischkonzern Spectrum Brands gehört.

Konzernchef George Oliver will mit dem Verkauf der Batteriesparte das Profil von Johnson Controls schärfen und das Unternehmen auf Gebäudetechnologie fokussieren. Der Konzern erwartet aus dem Verkauf einen Nettogewinn von rund 11,4 Milliarden Dollar nach Steuern und Transaktionskosten. Nähere Details sollen zum Abschluss der Transaktion erfolgen. Dieser soll bis 30. Juni 2019 vollzogen werden, wenn die notwendige Zustimmung der Behörden vorliegt.

Im Geschäftsjahr 2018 erzielte die Sparte Power Solutions dem Unternehmen zufolge 8 Milliarden Dollar Umsatz. Der Gewinn vor Zinsen, Steuern und Abschreibungen (Ebitda) betrug 1,68 Milliarden Dollar. Johnson Controls hatte bereits im März angekündigt, das Geschäft mit Fahrzeugbatterien auf den Prüfstand zu stellen.

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