Großer Jeep-Rückruf Mangelhafte Verkabelung kann Feuer auslösen

Von Jens Rehberg 2 min Lesedauer

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Jahrelang hat Stellantis offenbar nach der Ursache einiger Fahrzeugbrände in den USA gesucht. Die dortigen Behörden hatten auf das jetzt bestätigte ursächliche Problem schon 2024 hingewiesen. Erst jetzt ruft der Hersteller zurück.

Stellantis ruft in Deutschland „freiwillig“ rund 7.500 Fahrzeuge zurück – überwiegend Wrangler-Modelle.(Bild:  Stellantis)
Stellantis ruft in Deutschland „freiwillig“ rund 7.500 Fahrzeuge zurück – überwiegend Wrangler-Modelle.
(Bild: Stellantis)

Wegen Brandgefahr ruft Stellantis weltweit über 1,3 Millionen Jeeps zurück. Wie die Nachrichtenagentur Reuters am Dienstag meldete, fordert der Hersteller die Besitzer dringend auf, die Fahrzeuge bis zur Überprüfung im Freien und in ausreichendem Abstand zu Gebäuden und anderen Autos zu parken. Den US-Verkehrssicherheitsbehörden habe Stellantis mitgeteilt, dass das Problem die Verkabelung der elektrischen Hydraulik-Servolenkungspumpe von Wrangler- und Gladiator-Einheiten der Modelljahre 2021 bis 2025 sei.

Laut dem Hersteller kann das Problem unter seltenen Umständen zur Überhitzung brennbarer Materialien führen, was einen Fahrzeugbrand zur Folge haben könnte. Demnach könne eine lose elektrische Verbindung zum Schmelzen dieser Verbindung führen, was letztlich ein Feuer auslösen könnte.

Wie Reuters weiter schreibt, lägen dem Hersteller Kundendienstunterlagen und Berichte vor, wonach das Problem mindestens 72 Brände ausgelöst haben könnte. In diesem Zusammenhang sei eine Verletzung dokumentiert. Der Rückruf betreffe fast 1,08 Millionen Fahrzeuge in den Vereinigten Staaten, 106.000 in Kanada, 23.000 in Mexiko und circa 125.000 in anderen Märkten.

Wie eine Sprecherin von Stellantis Deutschland am Mittwoch sagte, rufe der Hersteller hierzulande „freiwillig rund 7.500 Fahrzeuge zurück, um den Kabelbaum sowie gegebenenfalls die elektrisch-hydraulische Servolenkungspumpe zu überprüfen und bei Bedarf zu reparieren oder auszutauschen.“

Stellantis hatte Untersuchungen 2024 zunächst eingestellt

Bereits im September 2024 hatte die National Highway Traffic Safety Administration (NHTSA) eine Untersuchung zu fast 800.000 Wrangler- und Gladiator-Einheiten der Modelljahre 2021 bis 2023 eingeleitet, da Bedenken hinsichtlich Motorbränden bestanden. Die Behörde erklärte damals laut Reuters, dass die Verkabelung der hydraulischen Servolenkungspumpe überhitzen und einen Fahrzeugbrand verursachen könnte, selbst wenn das Fahrzeug geparkt ist und die Zündung auf „Aus“ steht.

Stellantis habe jetzt in seiner Stellungnahme erklärt, dass das Unternehmen im Jahr 2023 und Anfang 2024 Brände in einigen Wrangler- und Gladiator-Fahrzeugen analysiert, die Untersuchung jedoch aufgrund der geringen Brandhäufigkeit eingestellt habe. Im August 2024 sei die Untersuchung dann doch fortgesetzt worden, nachdem eine Zunahme von Vorfällen verzeichnet worden sei, die auf die verdächtige elektrische Verbindung zurückzuführen waren.

Stellantis erklärte laut Reuters weiter, der Hersteller habe über mehr als ein Jahr hinweg intensiv daran gearbeitet, die Ursache zu ermitteln – unter anderem durch Rückkauf von Fahrzeugen, Rückgabe und Analyse von Bauteilen, CT-Scans und Röntgenaufnahmen, Materialanalysen, Untersuchungen der Fahrzeugkonstruktion und weitere Tests, bevor Ende Mai dieses Jahres festgestellt wurde, dass das Problem ein unangemessenes Sicherheitsrisiko bedeute.

Stellantis habe in den USA am Dienstag mitgeteilt, dass der Rückruf die Überprüfung und bei Bedarf die Reparatur oder den Austausch des Kabelbaums oder der elektrischen Servolenkungspumpe umfasst. Das Unternehmen arbeite daran, die Verfügbarkeit der Abhilfemaßnahmen zu beschleunigen und rechne damit, dass der Rückruf spätestens im Juli anlaufen könne.

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