Studie Verbraucher akzeptieren Mehrkosten für alternative Antriebe

Von Jens Rehberg

Trotz der fast schon zur Selbstverständlichkeit gewordenen üppigen Subventionen für die E-Mobilität sind die Kunden nach wie vor bereit, für alternative Antriebe mehr zu bezahlen als für Verbrenner. Das belegt eine aktuelle, groß angelegte Konsumentenbefragung.

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Ein Mokka an der Ladesäule.
Ein Mokka an der Ladesäule.
(Bild: Rehberg / VCG)

Ein großer Teil der Verbraucher würde bei der Anschaffung ihres nächsten Neuwagens teils beträchtliche Extrakosten für alternative Antriebstechnik in Kauf nehmen. Laut der aktuellen „Automotive Consumer Study“ der Unternehmensberatung Deloitte akzeptieren knapp ein Drittel der in Deutschland Befragten Mehrkosten diesbezüglich in Höhe von 400 bis 2.000 Euro. 13 Prozent würden auch mehr als 2.000 Euro für einen saubereren Motor bezahlen. Im vergangenen Jahr lag dieser Anteil der vergleichsweise freigiebigen Kunden noch bei 15 Prozent.

Mit Ausnahme von Sicherheitstechnik sind die deutschen Verbraucher aber in Sachen Mehrkosten für andere neue, technische Features deutlich zurückhaltender. Für hochautomatisiertes Fahren oder Infotainment gibt es bei nahezu der Hälfte der Befragten keinerlei Bereitschaft, einen Extra-Euro anzulegen (siehe Grafik oben). Auch für diese beiden Bereiche zeigten sich die Verbraucher im vergangenen Jahr noch einige Prozentpunkte spendierfreudiger.

Ganz allgemein weist die Studie nach einem leichten Rückgang im vergangenen Jahr aktuell wieder ein deutlich gestiegenes Interesse an E-Fahrzeugen nach. Aktuell würden rund 40 Prozent bei ihrem nächsten Autokauf ein Hybridfahrzeug wählen (2021: 26 Prozent). Der Anteil derjenigen, die ein reines Elektrofahrzeug bevorzugen würden, steigt von 6 Prozent 2021 auf jetzt 15 Prozent.

Noch häufiger als die geringeren Kraftstoffkosten gaben die deutschen Befragten die Sorge um das Klima als Grund für den Elektroautokauf an (61 Prozent). Zudem spielt auch das Thema staatliche Förderung eine zentrale Rolle. Immerhin 46 Prozent der Studienteilnehmer motiviert diese, ein elektrifiziertes Fahrzeug zu wählen.

Zu hohe Erwartungen an die Reichweite

Sehr optimistisch sind die Endverbraucher derzeit, was die potenzielle Reichweite der am Markt verfügbaren E-Modelle angeht. Laut der Marktforscher von Deloitte liegt die kritische Zielmarke, die ein reines Elektroauto erreichen müsste, damit sich die Leute für den Kauf entscheiden, aktuell bei 616 Kilometern.

Nach der größten Sorge bezüglich der Elektromobilität gefragt, nennt rund ein Viertel der Autofahrer nach wie vor die Reichweite, gefolgt von der Ladeinfrastruktur (14 Prozent) und den höheren Anschaffungskosten (12 Prozent). 70 Prozent der Befragten erwarten, ihr Auto am häufigsten daheim aufladen zu können, 17 Prozent an öffentlichen Ladestationen und 12 Prozent bei der Arbeit.

Trend geht weiter zum eigenen Auto

Zwei Drittel der Befragten hierzulande sagten im Rahmen der Studie, dass sie ihr Auto jeden Tag (33 Prozent) oder mehrmals pro Woche nutzen (33 Prozent). Auch gaben die befragten Konsumenten im Durchschnitt an, dass sie zukünftig 67 Prozent ihrer Mobilität über ein eigenes Auto abdecken wollen. Unter den internationalen Märkten, in denen die Experten fragten, lag die Prozentzahl derjenigen, die künftig am liebsten aufs eigene Auto setzen, lediglich in den USA höher.

Allerdings bleiben Sharing-Modelle sowie Taxi- und Ride-Hailing in Deutschland nach wie vor in der Nische – diese Art der Mobilität bevorzugen nur 5 Prozent der Endverbraucher.

Die „Global Automotive Consumer Study führt Deloitte seit 2010 regelmäßig durch. Im Herbst 2021 hat das Unternehmen dafür mehr als 26.000 Verbraucher in 25 Ländern zu Themen und Trends in der Automobilindustrie befragt. In Deutschland nahmen über 1.500 Menschen über 18 Jahre an der Befragung teil.

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