Vernetzt und automatisch: Moonwalk im Mischraum

PPG und Nexa Autocolor zeigen Mischbank aus eigener Entwicklung

| Autor: Dr. Holger Schweitzer

Das Mischbankregal ist mit einer Waage ausgestattet und bietet Platz für 13 Gebinde.
Das Mischbankregal ist mit einer Waage ausgestattet und bietet Platz für 13 Gebinde. (Bild: Schweitzer/»kfz-betrieb«)

Weltpremiere in Madrid: Der Lackhersteller PPG hat in der vergangenen Woche 500 internationale Gäste, davon 60 aus Deutschland, zum Pre-Launch des Lackmischsystems Moonwalk eingeladen. Die halbautomatische Mischbank verfügt über ein aktives Regal, einen Scanner, einen PC sowie eine Mischwaage. Der Mischprozess erfolgt automatisch – lediglich die Gebinde müssen manuell vom Regal in die Mischbank platziert werden. Das System wurde exklusiv für die Marken PPG und Nexa Autocolor entwickelt, weshalb es ausschließlich mit den Originalgebinden dieser Hersteller kompatibel ist.

Das System setzt sich aus zwei Elementen zusammen: Die zwei Meter lange Haupteinheit besteht aus der mittig zwischen Regalfächern für Gebinde positionierten Mischbank. Das Mischregal kann 13 Gebinde aufnehmen. Wie das Unternehmen informiert, sei dies ausreichend, da PPG mit maximal zehn Tönen pro Farbton arbeite. Additive und Verdünner können dort dauerhaft verbleiben. Ein zweites Lagerregal kann entweder unmittelbar daneben platziert werden oder auch versetzt, je nach den räumlichen Voraussetzungen in der Mischbank.

Einfacher und sicherer Prozess

Nach Angaben des Unternehmens ist die Mischbank so konzipiert, dass sie den Lackierern das Anmischen von Farbtönen erleichtert. Ist der Farbton gewählt, informiert der angeschlossene PC den Mitarbeiter, welche Mischlacke erforderlich sind. Da die Position der Gebinde im Regal im System hinterlegt ist, zeigt das Touchpad dem Anwender an, wo sie zu finden sind.

Hat der Mitarbeiter die Mischbank mit den benötigten Gebinden bestückt, kann das Anmischen beginnen. Bevor das System aus den Gebinden die definierten Mengen entnimmt, prüft es per Barcode, ob die korrekten Gebinde vorhanden sind. Dies soll eine falsche Farbwahl verhindern. Eine integrierte Waage stellt sicher, dass die Materialmengen stimmen – und das auf 0,01 Kommastellen genau.

Sauberer Arbeitsplatz – Nachbestellung inklusive

Das Misch- und Lagersystem entwickelte der Lackhersteller gemeinsam mit Corob, einem italienischen Experten für Pump- und Dosierungssystemen. Die Besonderheit dabei: Bei den speziell für das System ausgelegten Dosierköpfen entfällt das Umfüllen der Gebinde. Da jedes Gebinde einem Dosierkopf zugeordnet ist und darin kopfüber gelagert wird, soll zudem keine Reinigung erforderlich sein. Das Dosiersystem soll zusammen mit dem halbautomatischen Konzept der Mischbank den Mischraum sauber und übersichtlich halten.

Die Mischbank ist mit dem Lagerhaltungsprogramm des Herstellers vernetzt. Deshalb konnte laut dem Unternehmen auch der Bestellprozess automatisiert werden. Da das System bei jedem Mischvorgang die Gebinde per Barcode prüft, wird zeitgleich die entnommene Menge hinterlegt. Das Programm kann so den Füllstand der einzelnen Gebinde errechnen und dem Anwender melden, wann eine Nachbestellung fällig ist.

Für alle Betriebsgrößen geeignet

Die Mischbank wurde laut dem Konzern für alle Betriebsgrößen entwickelt: Technik, Abmessung und Preise sollen das System für kleinere und mittlere Betriebe erschwinglich und einsetzbar machen. Für die Installation sind nach Angaben des Lackherstellers lediglich eine 220-Volt-Steckdose sowie eine Internetverbindung für die Software erforderlich.

Die Mischbank ist ab September 2019 direkt über den Lackhersteller erhältlich. Es soll sowohl ein Direktkauf, wie auch ein Miet-Kauf möglich sein. Der Preis für das Mischsystem soll im unteren fünfstelligen Bereich liegen. Genauere Informationen erhalten interessierte Betriebe über PPG.

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