Verschleißschutz ohne Zink

Abgasnachbehandlungssysteme benötigen Spezial-Motorenöle

06.09.2007 | Autor: Konrad Wenz

Die Nachfrage nach Dieselpartikelfiltern läuft nur sehr schleppend an (siehe auch kfz-betrieb Ausgabe 33/2007). Branchenexperten glauben, dass die Nachfrage noch zum Ende dieses Jahres deutlich anziehen wird – schon allein, weil ab Januar 2008 die ersten Fahrverbote drohen. Autohäuser und Werkstätten stehen jedenfalls mit den entsprechenden Verkaufsaktionen „Gewehr bei Fuß“.

Doch was kaum einer weiß: Fahrzeuge mit Abgasnachbehandlungssystemen benötigen zum störungsfreien Betrieb neben schwefelfreiem Kraftstoff auch besonders schadstoffarme Motorenöle. Der Schmierstoffspezialist Fuchs aus Mannheim bietet in diesem Zusammenhang als einziger Öllieferant der Welt zinkfreie Öle an. Das Unternehmen verwendet für seine „LOW SAPS“-Motorenöle (SAPS: Sulfat-Asche, Phosphor, Schwefel) eine neue Schmieröltechnologie, die die Emissionen besonders niedrig hält.

Die bisher bei konventionellen Motorenölen wichtigsten Additivbestandteile – Schadstoffe wie Sulfat-Asche, Phosphor und Schwefel – wurden bei Fuchs drastisch reduziert. Auf Zink verzichtete das Unternehmen gänzlich. „Kein Zink im Öl bedeutet weniger Asche, die sich im Abgasnachbehandlungssystem ablagern kann. Und das wiederum bedeutet, dass sich die Standzeit von Partikelfilter beziehungsweise Katalysator deutlich verlängert und ihre Wirkung sich erhöht“, sagt Norbert Schell, Leiter Marketing Services bei der Fuchs Europe GmbH.

„Die zinkfreien Öle harmonieren optimal mit Dieselpartikelfiltern und Oxidationskatalysatoren“, bestätigt Gerd Martin, Leiter European Product Management Automotive Schmierstoffe bei Fuchs. Dazu muss man Folgendes wissen: Die Verbrennung der Partikel im Abgasnachbehandlungssystem erfolgt nicht rückstandsfrei. Die im Motorenöl und im Kraftstoff enthaltenen Additive führen zu Ascheablagerungen im Partikelfilter oder Kat, die nicht verbrannt werden können. Früher oder später – je nach Laufleistung – setzt das System zu und muss ausgetauscht werden. Schon herkömmliche „LOW SAPS“-Motorenöle sorgen, verglichen mit Standardprodukten, für weniger Ablagerungen und somit für eine längere Standzeit des Abgasnachbehandlungssystems.

„ Allerdings sind diese Low-Saps-Öle keine ideale Lösung, da sie als Verschleißschutzadditiv den Aschebildner Zink enthalten,“ gibt Martin zu bedenken. Zink lagere sich besonders hartnäckig ab und setze dem Filter zu. Die beiden anderen Haupt-Aschebildner – Eisensulfat als Resultat der Kraftstoffverbrennung und Kalziumsulfat aus dem Motorenöl, das der chemischen Pufferung dient – können die Mannheimer nicht eliminieren.

„Wir konnten bei der Formulierung dieser Öle nicht auf die Standardtechnologie zurückgreifen, also auf die Additivpakete der Additivhersteller“, erläutert Martin. Vielmehr hätte sein Unternehmen die zinkfreien Öle selbst entwickeln müssen. „Es handelt sich um so genannte Komponentenlösungen, das heißt, unsere zinkfreien Motorenöle bestehen nicht aus drei oder vier Additiven plus Grundölen, sondern aus fast zwei Dutzend verschiedenen chemischen Komponenten plus Grundölen“, fügt Martin an.

Das erste zinkfreie Motorenöl hat Fuchs bereits vor vier Jahren vorgestellt: Titan GT1 SAE 5W-30. „Es hat viele Jahre intensiver Forschungs- und Entwicklungsarbeit gekostet, ein zink- und schwermetallfreies Öl zu formulieren, das bei höchster Motorperformance ein Maximum an Verschleißschutz sowie längste Ölwechselintervalle ermöglicht“, so Norbert Schell.

Im Rennsport erprobt

Das Topprodukt im Fuchs-Motorenölprogramm ist Titan GT1 SAE 0W-20. Das Premium-Synthetik-Motorenöl wurde speziell für Sportwagen beziehungsweise die sportliche Fahrweise entwickelt. Darüber hinaus tragen die zinkfreien Öle sogar zur Kraftstoff-Einsparung bei. Laut Unternehmensangaben sind es bei Benzinmotoren bis zu 6,4 Prozent, beim Einsatz von Titan GT1 SAE 0W-20 im Vergleich zu einem herkömmlichen SAE 15W-40-Motorenöl. Bei turbogeladenen Dieselmotoren können bis zu 3,2 Prozent eingespart werden. Der niedrige Verdampfungsverlust der Öle sorgt zudem für bis zu 23 Prozent geringeren Ölverbrauch im Vergleich zu anderen synthetischen Ölen.

„Mittel- bis langfristig wird sich diese Additivtechnologie durchsetzen“, ist sich Martin sicher. Dafür würde die Einführung immer strengerer Abgasnormen, Motorenölnormen sowie Motorenölfreigaben sorgen. „Wir sind froh, diese Technologie schon heute zu haben“, resümiert Martin.

 

Das sagt der Wettbewerb:

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