Versicherungsfall(e): Warum eine Restaurierungspolice Sinn ergibt

Autor: Steffen Dominsky

Oldtimer sind Emotion und Leidenschaft. Doch die Beschäftigung mit ihnen kann im Schadenfall für einen Kfz-Betrieb schnell Leiden schaffen, wenn der Versicherungsschutz nicht passt. Was schieflaufen kann, zeigen Praxisbeispiele des Oldtimerversicherers Belmot.

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In Sachen Oldtimer korrekt versichert? Die Experten von Belmot/Mannheimer zeigen anhand praktischer Beispiele, was passiert, wenn nicht.
In Sachen Oldtimer korrekt versichert? Die Experten von Belmot/Mannheimer zeigen anhand praktischer Beispiele, was passiert, wenn nicht.
(Bild: Belmot)

Eine Werkstatt, selbst wenn sie nur sporadisch einen Oldtimer auf dem Hof hat, kann im Fall der Fälle finanziell schnell alt aussehen. Nämlich dann, wenn etwas mit dem Schmuckstück des Kunden passiert. Sei es, dass es gestohlen oder beim Transport, der Reparatur, der Restaurierung beschädigt wird. Selbst wenn einzelne Komponenten nicht mehr aufzufinden sind oder im Zuge einer Instandsetzung beschädigt oder gar zerstört werden, kann das einen Kfz-Betrieb gewaltig in die Bredouille bringen, wenn er auf die falsche Versicherungspolice vertraut.

Vor diesem Hintergrund sollte jeder Kfz-Betrieb prüfen und hinterfragen, ob er in Sachen Classic Business, dem Geschäft mit und rund um Oldtimer, richtig versichert ist. Das gilt übrigens auch für Handwerksbetriebe wie Sattler, die als Dienstleister für Werkstätten arbeiten. Im Folgenden ein praktisches Beispiel aus der Rubrik „Diebstahl klassischer Fahrzeuge“.

Es ist ein typischer, ein klassischer Fall: Ein Porsche 356C 1600 Cabriolet soll restauriert werden. Es handelt sich wie so oft bei diesem Fahrzeugtyp um einen Re-Import aus Amerika. Der Fahrzeugeigner verfügt über einen Kaufvertrag in Hohe von umgerechnet 50.000 Euro. Seine Neuerbwerbung möchte dieser mithilfe einer umfangreichen Restaurierung in den Zustand 1 bis 2 versetzen lassen, sodass der Wiederbeschaffungswert des fertiggestellten Fahrzeugs zwischen 140.000 und 180.000 Euro liegen dürfte. Die Restaurierung gibt er bei einem Kfz-Betrieb in Auftrag.

Der Betrieb arbeitet professionell, und je nach Restaurierungsfortschritt zahlt der Eigentümer fristgerecht seine Abschlagsrechnungen. Nach rund eineinhalb Jahren und Investitionen von knapp 100.000 Euro durch den Eigentümer, kurz vor Fertigstellung des Fahrzeugs, wird eines Nachts in die Werkstatt eingebrochen und der Porsche gestohlen. Da erst nach Beendigung der Arbeiten ein Wertgutachten erstellt werden sollte und keine Restaurierungspolice abgeschlossen war, gibt es keinen offiziellen Nachweis, welchen Wert der Wagen zum Zeitpunkt des Diebstahls hatte. Somit reguliert die obligatorische Kfz-Handel- und-Handwerk-Versicherung anhand des vorgelegten Kaufvertrages. Und erstattet somit maximal die Summe von 50.000 Euro.

Ralf Stumpfernagel von Belmot (Mannheimer Versicherung) berät auch Kfz-Unternehmen im Bereich „Classic Business“. Seiner Erfahrung nach setzen die sich in Sachen Young- und Oldtimer unwissentlich hohen Risiken aus.
Ralf Stumpfernagel von Belmot (Mannheimer Versicherung) berät auch Kfz-Unternehmen im Bereich „Classic Business“. Seiner Erfahrung nach setzen die sich in Sachen Young- und Oldtimer unwissentlich hohen Risiken aus.
(Bild: Belmot)

Das Problem in diesem Fall: „Der Wertzuwachs ist ein rein unternehmerisches Risiko. Macht der Auftraggeber seine Ansprüche juristisch geltend, muss der Werkstattinhaber für den tatsächlichen Wert einer Sache haften. Folglich könnte in diesem Fall der Porsche-Eigner Ansprüche in Höhe von etwa 100.000 Euro gegenüber dem Inhaber des Kfz-Betriebes geltend machen“, erklärt Ralf Stumpfernagel, Markenmanager von Belmot, der Oldtimerversicherung der Mannheimer Versicherung AG. Unser Tipp: „Sichern Sie den Wertzuwachs gerade während der Restaurierungsphase immer ab. Schließlich ist sachlich betrachtet genau hier der Wertzuwachs am höchsten“, rät Stumpfernagel.

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Über den Autor

 Steffen Dominsky

Steffen Dominsky

Redakteur »kfz-betrieb«, "Fahrzeug + Karosserie", stellv. Ressortleiter Service & Technik »kfz-betrieb«, Vogel Communications Group