Vertriebs Award 2012: Autohaus Zentral auf Platz eins

Autor / Redakteur: Christoph Baeuchle / Christoph Baeuchle

Die Marke Citroën stand in den letzten Jahren nicht unbedingt für Absatzerfolge. Nico Petelka hat in seinem Saalfelder Betrieb gezeigt, dass viel auch auf den Unternehmener ankommt.

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Das Autohaus Zentral in Saalfeld hat den Vertriebs Award 2012 gewonnen.
Das Autohaus Zentral in Saalfeld hat den Vertriebs Award 2012 gewonnen.
(Foto: Archiv)

Es war nicht leicht für Nico Petelka, einen geeigneten Standort im thüringischen Nirgendwo zu finden. Schließlich war er doch noch erfolgreich: Ende 2006 entschied er sich für Saalfeld. Ein insolventer Media-Markt war aus seiner Sicht die ideale Grundlage für den Hauptsitz des „Autohaus Zentral“, das er Ende 1999 in Pößneck gegründet hatte. Er baute um, ließ kein Stein auf dem anderen. Nur eines blieb: Noch immer ist in dem Laden Musik drin.

Nicht nur die Kunden fühlen sich angesprochen, auch die Jury ist überzeugt: Das Autohaus Zentral belegt den ersten Platz beim Vertriebs Award 2012, den »kfz-betrieb« gemeinsam mit den beiden Partnern Santander Consumer Bank und Car Garantie vergibt. Das ist alles andere als selbstverständlich, zumindest für ein kleines Autohaus, das sich der Marke Citroën verschrieben hat. Zwar haben die Franzosen in den vergangenen Jahren viel für ihren Auftritt getan, doch noch immer gibt es einige Betriebe in den Reihen, die kaum den Ansprüchen des Importeurs entsprechen dürften.

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Nicht so beim Autohaus Zentral: Der kleine, aber feine Betrieb scheint sich eher an den Big Playern der Branche zu orientieren und macht mit seiner Volumenmarke den Premiumanbietern Konkurrenz. Was das Autohaus nach außen verspricht, das hält es auch innen: Konfigurator? Keine Frage. Kinderecke? Selbstverständlichkeit. WLAN-Zugang für Kunden? Ist vorhanden. Mineralwasser? Nur aus dem Reformhaus. Kaffee? In mehreren Sorten. „Wir servieren den Cappuccino nicht im Pappbecher, sondern in der Tasse“, betont Petelka. So mancher Saalfelder überlegt sich da, ob er lieber in seiner Stammkneipe oder im Café des Autohauses vorbeischaut.

Zumal das Geld in der Region nicht richtig locker sitzen dürfte. Vor drei Jahren verdiente jeder Arbeitnehmer in der Region Saalfeld-Rudolstadt laut Thüringer Statistikamt 22.785 Euro – brutto. Das verfügbare Einkommen der privaten Haushalte lag je Einwohner bei 15.483 Euro, leicht unter dem landesweiten Schnitt von 15.514 Euro, und der ist im Bundesvergleich nicht hoch. Große Sprünge sind damit eher nicht zu machen und die Ausgaben werden wohl überdacht. An einer Investition führt jedoch kaum ein Weg vorbei: einem Auto. Zu ländlich ist die Region Saalfeld, Rudolstadt und Bad Blankenburg mit ihren 57.000 Einwohnern wovon etwa 27.000 in Saalfeld leben, als dass man auf den fahrbaren Untersatz verzichten könnte.

Individuelle Sondermodelle statt massenhaft Kleinwagen

Bei geringen Löhnen und ländlichem Gebiet liegt der Schluss nahe: Der Betrieb fokussiert sich auf Gebrauchtwagen und auf kleinere Fahrzeuge – in diesem Segment ist ja auch die französische Volumenmarke stark. Doch weit gefehlt: Der Handel mit Gebrauchten scheint ein Bereich zu sein, der ausbaufähig ist. Nicht zuletzt aufgrund der engen Platzverhältnisse will Petelka die Gebrauchten möglichst schnell vom Hof haben: lieber heute weg mit weniger Ertrag als morgen mit etwas mehr Gewinn.

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