Suchen

Volkswagen bringt Carsharing-Dienst Weshare in sieben weitere Städte

Autor: Christoph Seyerlein

Bislang gibt es Volkswagens vollelektrischen Carsharing-Dienst Weshare nur in Berlin. Noch in diesem Jahr sollen sieben weitere Städte folgen, darunter zwei deutsche. Strategisch hat der Konzern mit dem Angebot nicht nur das „Autoteilen“ im Sinn.

Firmen zum Thema

Auch in Hamburg und München soll Weshare noch in diesem Jahr an den Start gehen.
Auch in Hamburg und München soll Weshare noch in diesem Jahr an den Start gehen.
(Bild: Seyerlein/»kfz-betrieb«)

Volkswagen rollt sein vollelektrisches Carsharing-Angebot Weshare weiter aus. Im Frühjahr soll der Dienst, den es bislang nur in Berlin gibt, auch in Hamburg und Prag starten. Im weiteren Jahresverlauf ist dann eine Expansion nach Paris, Madrid, Budapest, München und Mailand geplant, wie das Unternehmen am Donnerstag bekanntgab.

In Prag und Budapest sollen neben elektrischen VW-Modellen auch Skoda-Fahrzeuge zum Einsatz kommen. Insgesamt wird Volkswagen über alle Städte verteilt ein Flotte von 8.400 E-Autos zur Verfügung. In Berlin war Weshare Mitte 2019 mit 1.500 E-Golfs gestartet. Auch der VW E-Up zählt mittlerweile zum Angebot. Im Laufe des Jahres soll zudem der VW ID 3 dazukommen.

In der Bundeshauptstadt haben sich bislang nach Unternehmensangaben etwa 50.000 Kunden registriert. Rund drei Viertel davon sollen aktive Nutzer sein. Allerdings zählt Weshare dazu auch Personen, die den Dienst lediglich einmal genutzt haben. CEO Philipp Reth spricht dennoch von einer im Branchenvergleich „sehr hohen Quote“. Die Fahrzeuge aus der Berliner Flotte hätten im letzten halben Jahr mehr als drei Millionen Kilometer zurückgelegt. Das entspreche vier bis fünf Fahrten pro Fahrzeug am Tag.

Bislang lockt Volkswagen Weshare-Interessenten mit Kampfpreisen. Laut der eigenen Website kostet sie die Nutzung lediglich 19 Cent pro Minute. Der maximale Tagespreis liegt bei 39 Euro. Bei der Vorstellung im Sommer hatte das Unternehmen angekündigt, jenes Angebot nur bis August laufen lassen zu wollen. Offenbar ist es aber immer noch gültig. Perspektivisch soll es laut Weshare drei Preismodelle geben, durchschnittlich sollen die Kosten dann bei 29 Cent pro Minute liegen.

Weshare als Verkaufshebel

Noch nicht ganz zufrieden ist Weshare mit den Erfahrungen, die man in Berlin zum Thema Laden gemacht hat. Die öffentliche Ladeinfrastruktur bezeichnete das Unternehmen als „unzureichend“. Abhilfe soll unter anderem eine Kooperation mit der Schwarz-Gruppe schaffen. An 60 Lidl- und zehn Kaufland-Standorten in der Hauptstadt entstehen aktuell 140 Ladepunkte. Sie sind über Nacht exklusiv für Weshare-Fahrzeuge vorgesehen.

Perspektivisch will Volkswagen Weshare nicht alleine als Sharing-Kanal nutzen. Der Wandel zum Mobilitätsdienstleister ist das eine, ein paar Autos wollen die Wolfsburger aber auch in Zukunft noch ganz klassisch verkaufen. Das neue Angebot sieht der Hersteller dafür als guten Hebel. Bei der Weltpremiere des Dienstes Ende Juni 2019 hatte VW-Digitalvorstand Christian Senger gesagt: „Wir wollen die Elektromobilität in die Breite tragen.“ Bei VW stellt man sich das optimalerweise folgendermaßen vor: Wer bei Weshare mit einem VW-Stromer in Kontakt kommt, wird davon so begeistert sein, dass er sich letztlich ein solches Auto kauft.

(ID:46329097)

Über den Autor

 Christoph Seyerlein

Christoph Seyerlein

Redakteur im Ressort Newsdesk bei »kfz-betrieb«