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Volkswagen-Chef Diess: Alle Pkw sollten elektrisch fahren

| Autor: Christoph Seyerlein

Dass Herbert Diess den Volkswagen-Konzern stark in Richtung Elektromobilität wandelt, ist inzwischen bekannt. In einem an Microsoft-Gründer Bill Gates gerichteten Kommentar machte der 61-Jährige nun deutlich, dass er in der Elektromobilität die einzige Zukunftstechnologie für Pkw sieht.

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Der Wasserstoff-Technologie erteilte Volkswagen-Chef Herbert Diess erneut eine Absage.
Der Wasserstoff-Technologie erteilte Volkswagen-Chef Herbert Diess erneut eine Absage.
(Bild: Volkswagen)

Herbert Diess dreht den Volkswagen-Konzern seit einiger Zeit stark in Richtung Elektromobilität. Wie stark er an jene Technologie glaubt, zeigte sich nun in einem Kommentar des Volkswagen-Chefs unter einen Beitrag des Microsoft-Gründers Bill Gates beim Karrierenetzwerk Linkedin. Dieser hatte zuvor die Meinung vertreten, Klimaziele könne man nur erreichen, wenn man alle Fahrzeuge, bei denen es möglich ist, mit sauberer Elektrizität betreibe und für alles andere günstige alternative Kraftstoffe verwende.

Diess stimmte jener These zu. „Wie Sie sagen, es ist nicht so kompliziert – (wir brauchen) elektrische Fahrzeuge wo immer es geht: Alle Pkw, die meisten Lieferwagen, die meisten öffentlichen Verkehrsmittel und Müllabfuhren sollten elektrisch sein.“ Für Lkws, die lange Distanzen zurücklegen müssen, schlug der Manager vor, Bio-Kraftstoffe einzusetzen. Synthetischen Sprit benötige man trotz ihrer hohen Kosten und schlechten Energie-Bilanz in der Produktion zudem für Formen des Transports, die sich nicht elektrifizieren ließen. Dabei denkt Diess etwa an Flugzeuge.

Eine Absage erteilte der Volkswagen-Chef erneut der Wasserstoff-Technologie. Diese sei ineffizient. Für die Herstellung eines Brennstoffzellen-Fahrzeugs sei dreimal so viel Energie nötig wie bei einem Elektroauto, erklärte Diess.

Einen Vorschlag, wie man alternative Antriebsformen für Verbraucher interessanter machen könnte, hatte der 61-Jährige ebenfalls parat: „Meiner Meinung nach sollte der Motorsport vorangehen“, schrieb er. „Die Formel 1 könnte mithilfe von synthetischen Kraftstoffen CO2-neutral werden.“ Die Rennserie könnte so viel aufregender und unterhaltsamer werden, als beispielsweise die Formel E aktuell, in der aktuell „nur ein paar Runden in Metropolen im Gaming-Mode“ gefahren würden, ist Diess überzeugt.

Diess: Deutschlands Kohle-Ausstieg „nicht ambitioniert genug“

So etwas sei erst sinnvoll, wenn genügend grüner Strom zur Verfügung stehe. Aber auch das sei möglich, so der Volkswagen-Chef. Kritik übte er in dem Zusammenhang an Deutschlands Ziel, erst 2038 aus der Kohle als Stromquelle auszusteigen. „Für ein reiches und technologisch anführendes Land ist das längst nicht ambitioniert genug“, so Diess.

Allerdings haben Herbert Diess und der Volkswagen-Konzern auch selbst noch einen langen Weg vor sich, wenn der Autobauer eine weitgehende Elektrifizierung erreichen will. Im laufenden Jahr sind gut vier Prozent aller verkauften Neuwagen aus dem Konzern reinelektrisch unterwegs. Bis zum Jahresende soll jener Anteil auf sechs Prozent steigen. Nach und nach will der Hersteller diesen Wert mithilfe neuer E-Modelle weiter erhöhen. Bis 2030 hat sich Volkswagen zum Ziel gesetzt, einen Elektro-Anteil von 40 Prozent in der eigenen Fahrzeugflotte erreichen.

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