VW-Konzernabsatz Vertriebschefin Wortmann sieht zunehmende BEV-Bestellungen

Quelle: dpa/jr 2 min Lesedauer

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Bei der Einordnung des ersten Verkaufshalbjahres laufen die Realitäten innerhalb des Konzerns auseinander: Die Betriebsratschefin sieht die Entwicklung des BEV-Absatzes mit Sorge. Die Vertriebsspitze hingegen bejubelt Elektro-Zuwächse.

E-Auto-Montage bei Volkswagen.(Bild:  Volkswagen)
E-Auto-Montage bei Volkswagen.
(Bild: Volkswagen)

Der Volkswagen-Konzern hat seine Verkäufe im ersten Halbjahr zweistellig verbessert. Weltweit wurden 4,372 Millionen Fahrzeuge aller Konzernmarken ausgeliefert, 12,8 Prozent mehr als im schwachen Vorjahreszeitraum, wie das Unternehmen am Freitag in Wolfsburg mitteilte. Grund sei vor allem die bessere Teileversorgung als vor einem Jahr, als Lieferengpässe auf die Produktion drückten.

Gegenüber dem Vormonat schwächte sich das Wachstum aber merklich ab. Im Mai war der Absatz noch um 16 Prozent gestiegen, im Juni waren es nun nur noch 5,7 Prozent Plus. Volkswagen war wegen der Versorgungsengpässe im vergangenen Jahr mit einem deutlichen Auftragsstau ins Jahr gestartet, der früheren Angaben zufolge nun abgearbeitet wird. Die Lieferzeiten hätten sich dadurch bereits deutlich verkürzt.

Realistischer Blick auf die BEV-Nachfrage

Sorgen bereitete zuletzt nichtsdestotrotz das Neugeschäft, vor allem bei den Elektroautos, auf die in H1 dieses Jahres 7,4 Prozent der Auslieferungen entfielen (H1 2022: 5,6 Prozent). „Wir sehen, dass die Elektromobilität leider nicht so angenommen wird, wie wir uns das alle – die Politik inklusive – vorgestellt haben", sagte Betriebsratschefin Daniela Cavallo im Interview der „Braunschweiger Zeitung“ (Freitag). Grund seien die hohen Anschaffungskosten, sinkende Förderung und auch die hohen Strompreise.

Das „Manager-Magazin“ hatte am Mittwoch berichtet, der Wolfsburger Konzernvertrieb sehe bereits seine Jahresziele in Gefahr, weil verhaltene BEV-Verkäufe nicht durch die gute Verbrennernachfrage kompensiert werden könnten.

Wortmann denkt anders

Davon scheint die Konzernkommunikation allerdings noch nichts gehört zu haben: In der Pressemitteilung zu den Halbjahreszahlen werden europaweite Marktanteilsgewinne auf dem BEV-Sektor und eine entsprechende Auftragsbank mit 200.000 Einträgen gefeiert. Nach einem Nachfrageknick zum Jahresbeginn in Sachen E-Autos bessere sich die Lage inzwischen wieder, wird Audi-Vertriebsvorstand Hildegard Wortmann zitiert, die auch den Konzernvertrieb mitverantwortet: „Seit Mai verzeichnen wir hier wieder einen verbesserten Trend bei den Auftragseingängen, nachdem zu Jahresbeginn aufgrund reduzierter Förderprogramme, zeitweise langer Wartezeiten und hoher Inflation eine gewisse Zurückhaltung bei unseren Kunden zu spüren war." Angesichts zuletzt deutlich verkürzter Lieferzeiten gehe sie davon aus, dass sich dieser Trend fortsetzen werde.

Mehr Autos ausliefern konnte der Konzern bis Ende Juni vor allem in Westeuropa. 1,64 Millionen Fahrzeuge wurden hier abgesetzt, fast 27 Prozent mehr als ein Jahr zuvor. Auf dem wichtigsten Markt in China drehten die Verkäufe im Juni dagegen wieder ins Minus. Nach dem schwachen Jahresauftakt hatte VW dort zuletzt wieder deutlich zugelegt. Im Juni ging es nun um 14,5 Prozent nach unten. VW begründete das mit dem Wegfall von Steuervergünstigungen in dem Land vor einem Jahr, die damals die Verkäufe im Vergleichsmonat Juni nach oben getrieben hatten.

Zuletzt schwacher Absatz der Kernmarke

Auch insgesamt schnitt die Wolfsburger Kernmarke deutlich schwächer ab als die Konzernschwestern: Im Juni lagen die Auslieferungen der Marke weltweit 2,4 Prozent unter Vorjahresniveau, im ersten Halbjahr insgesamt immerhin noch 7,2 Prozent im Plus. Deutlich stärker zulegen konnten Seat/Cupra (plus 28,1 Prozent), Skoda (plus 19,9 Prozent) und Audi (plus 15,5 Prozent).

Im Dreikampf der Premium-Hersteller mit BMW und Mercedes konnten die Ingolstädter damit Boden gut machen. Die Marke BMW legte im ersten Halbjahr nur um 4,7 Prozent zu, Mercedes-Benz um 6 Prozent. Mit jeweils mehr als einer Million Auslieferungen lagen beide aber weiter klar vor den Ingolstädtern. Audi kam auf 907.000 Autos.

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