Volkswagen testet in Berlin Abo-Modell für den E-Golf

Autor: Christoph Seyerlein

Die Expansion in weitere Städte über Berlin hinaus hatte Volkswagens Carsharing-Tochter Weshare kürzlich vorerst abgeblasen. Dafür startet das Unternehmen in der Hauptstadt nun einen Versuch, im Geschäft mit Auto-Abos Fuß zu fassen.

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Den E-Golf vermarktet Volkswagen über „We Drive“ jetzt auch im Abo.
Den E-Golf vermarktet Volkswagen über „We Drive“ jetzt auch im Abo.
(Bild: Seyerlein/»kfz-betrieb«)

Die Volkswagen-Carsharing-Tochter Weshare baut ihr Angebot aus. Wie das Unternehmen am Donnerstag mitteilte, testet es in Berlin ab sofort bis Ende Januar 2021 ein Abo-Modell für den E-Golf. Den entsprechenden Dienst nennt Volkswagen „Wedrive“.

Kunden können über die Wedrive-Testapp oder die Website we-drive.io einen E-Golf für mindestens drei Monate mieten. Sie müssen dafür mindestens 21 Jahre alt sein und einen Führerschein der Klasse B besitzen. Pro Abo können zwei zusätzliche Fahrer benannt werden. Diese müssen allerdings im gleichen Haushalt gemeldet sein wie der Original-Nutzer.

Der Monatspreis beträgt 449 Euro. Darin enthalten sind die Leasingrate, Versicherung, Steuer und Abschreibung. Park- und Ladekosten kommen allerdings on top. Die monatliche Laufleistung beträgt 1.000 Kilometer, Nutzer können diese auf Wunsch aber gegen einen Aufpreis erhöhen. Sprengt ein Kunde das Limit, ohne ein Extra-Paket hinzugebucht zu haben, kostet ihn das 20 Cent pro Kilometer. Die Bezahlung kann über Kreditkarte oder Paypal abgewickelt werden.

Die verfügbare Wedrive-Flotte besteht vorerst aus 50 E-Golf-Modellen. Diese stammen aus dem Weshare-Fuhrpark in Berlin, der 1.500 dieser Fahrzeuge verfügbar hat.

Pilotprojekt auch dank Corona

Ausschlaggebend für den Versuch an einem Auto-Abo ist laut Weshare-Chef Philipp Reth unter anderem die Corona-Pandemie. „Gerade in diesem Jahr bleiben viele Menschen in Deutschland, machen hier Urlaub, unternehmen Ausflüge und benötigen dafür ein eigenes Fahrzeug, um flexibel zu sein“, sagte er. Ein Auto-Abo sei insbesondere für diejenigen, die kein Auto besitzen oder das auch gar nicht wollen, eine Alternative, um individuell mobil zu sein.

Vor dem Start habe Weshare eine Kundenumfrage durchgeführt, ob sich die Nutzer auch längerfristige Miet-Möglichkeiten wünschen. Die Rückmeldungen hätten nun zu der Entscheidung geführt, Wedrive zu pilotieren.

Für Weshare ist die Nachricht ein Schritt nach vorne, nachdem die VW-Tochter erst im Juni ihre geplante Expansion nach Hamburg, München, Budapest, Prag, Madrid, Paris und Mailand vorerst abgeblasen hatte. 2021 soll es nun damit weitergehen. Auch den geplanten Ausbau der Flotte in Berlin mit 500 VW E-Up-Modellen verschob Weshare nach hinten. Er soll nun wie auch der VW ID 3 ebenfalls im nächsten Jahr starten.

In Berlin war die Auslastung der Weshare-Flotte zu Beginn der Corona-Kontaktbeschränkungen stark zurückgegangen. Inzwischen soll das Kundenaufkommen aber sogar über den Werten vor der Pandemie liegen.

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 Christoph Seyerlein

Christoph Seyerlein

Redakteur im Ressort Newsdesk bei »kfz-betrieb«