Kfz-Innung Oldenburg Volle Werkstätten wegen fehlender Autos

Von Doris S. Pfaff

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Der Autohandel in Oldenburg leidet, während die Arbeit in den Kfz-Werkstätten brummt, obwohl Ersatzteile langsam knapp werden. Grund für die Auslastung ist der leergefegte Fahrzeugmarkt. Obermeister Dirk Wellmann blickt dennoch skeptisch auf das kommende Jahr.

Obermeister Dirk Wellmann von der Kfz-Innung Oldenburg zieht Bilanz: Die Zahl der Neuzulassungen waren 2022 so schlecht wie lange nicht mehr. (Bild:  Kfz-Innung Oldenburg)
Obermeister Dirk Wellmann von der Kfz-Innung Oldenburg zieht Bilanz: Die Zahl der Neuzulassungen waren 2022 so schlecht wie lange nicht mehr.
(Bild: Kfz-Innung Oldenburg)

Dirk Wellmann, der Obermeister der Kraftfahrzeug-Innung Oldenburg, zieht nach einem turbulenten Jahr für die Kfz-Branche Bilanz. Wie viele Branchen leide auch das Kraftfahrzeuggewerbe unter den aktuellen Rahmenbedingungen: „Wir haben mit der Inflation und einer extrem kostenintensiven Energieversorgung zu kämpfen.“

Hinzu kämen nach wie vor Probleme in den Lieferketten, deren Auswirkungen erst jetzt richtig spürbar werden. „Der Autohandel leidet aktuell massiv unter den extrem niedrigen Pkw-Neuzulassungen. Wir stehen diesbezüglich vor dem schwächsten Autojahr seit der Wende“, so Wellmann. Auch das Geschäft mit Gebrauchtwagen zeige starke Bremsspuren. „Weil die Verfügbarkeit der Neuwagen deutlich eingeschränkt ist, greifen Kunden vielfach zu jungen Gebrauchtwagen.“ Doch der Zufluss dieser Fahrzeuge stagniere, da der Markt aktuell nicht ausreichend mit Leasingfahrzeugen und Mietwagen versorgt wird.

„Was uns im Kfz-Gewerbe aktuell Hoffnung macht, ist das Werkstattgeschäft. Auch hier mangelt es zwar laufend an Ersatzteilen, aber immerhin sind wir wirtschaftlich wieder auf dem Vorkrisen-Niveau von 2019 angekommen“, so der Obermeister.

Deutscher Markt für E-Fahrzeuge steht vor Veränderungen

Hinsichtlich des stetig wachsenden Marktes für E-Fahrzeuge beobachtet Wellmann aktuell allerdings Verunsicherung bei den Kunden. Die ab 2023 in Kraft tretenden Änderungen bei der staatlichen Förderung sorgen für Ungewissheit. „Das reduzierte Fördervolumen mit einer Deckelung auf 2,5 Milliarden Euro sowie das Absenken der Förderschwelle im Laufe des Jahres wird viele Kunden ins Grübeln bringen“, befürchtet Wellmann. Bei den aktuellen Lieferzeiten von bis zu zwölf Monaten sei es schwierig, heute eine gesicherte Aussage darüber zu tätigen, mit welcher Gutschrift zum Zulassungszeitpunkt gerechnet werden könne. Da Plug-in-Hybrid-Fahrzeuge ab 2023 nicht mehr förderfähig sind, werde die Marktentwicklung hier besonders spannend.

Klimaneutralität und Ladeinfrastruktur bleiben Herausforderung

„Uns allen ist klar, dass wir einen starken Schub in Richtung CO2-neutraler Antriebsformen benötigen“, so Wellmann. Die Europäische Union verstehe sich hier als Treiber und setze hohe Hürden mit Flottengrenzwerten, die nur mit E-Fahrzeugen erreicht werden können. „Es stellt sich die Frage, wann und ob wir diesen Zustand hier in Deutschland bei den angestrebten Wachstumsraten für E-Fahrzeuge erreichen können.“

Auch bei der Ladeinfrastruktur besteht noch Handlungsbedarf. Wellmann: „Vielleicht wäre es auch sinnvoll, den Weg für andere klimaneutrale Antriebsarten wie synthetische Kraftstoffe und Wasserstoff energischer zu verfolgen.“

Alternative Kraftstoffe könnten schnelle Effekte zeigen

„Der Bestand von rund 274 Millionen Pkw und leichten Nutzfahrzeugen in Europa mit konventionellen Antrieben könnte sehr schnell seinen Beitrag zur CO2-Minderung leisten, wenn klimaneutral hergestellte synthetische Kraftstoffe in ausreichender Menge vorhanden wären. Die potenziellen Hersteller dieser Kraftstoffe brauchen jedoch planbare Rahmenbedingungen, um die ökonomische Erzeugung in großen Mengen angehen zu können“, betont Wellmann.

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