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VW bekommt hohe Vertriebskosten zu spüren

| Autor: Christoph Seyerlein

VW liegt auch nach drei Quartalen 2018 nach eigenen Angaben auf Kurs. Spurlos gingen aber gerade zuletzt die Probleme etwa mit WLTP nicht an Wolfsburg vorbei. Und auch die ausgelobten Umtauschprämien wirken sich finanziell erst einmal negativ aus.

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Ralf Brandstätter, COO von VW Pkw, sagt: „Unsere operative Rendite müssen wir weiter verbessern.“
Ralf Brandstätter, COO von VW Pkw, sagt: „Unsere operative Rendite müssen wir weiter verbessern.“
(Bild: Volkswagen)

VW hat im dritten Quartal 2018 die Probleme mit WLTP auch finanziell zu spüren bekommen. Unter dem Strich stand nach neun Monaten 2018 immer noch ein sattes operatives Ergebnis von 2,33 Milliarden Euro, im Vorjahr hatten die Wolfsburger im gleichen Zeitraum allerdings fast sieben Prozent mehr verdient. Neben WLTP kam dabei zuletzt noch ein zweiter Kostenfaktor zum Tragen: Laut VW litt das Ergebnis auch unter den „höheren Vertriebskosten im Zuge der Umweltprämie“. Wie andere Hersteller auch, versucht VW mit Rabatten Kunden dazu zu bewegen, ihr jetziges Fahrzeug gegen ein neues einzutauschen.

Auslieferungen, Absatz und Umsatz konnte die Marke im Gesamtjahr bis dato zwar steigern, bei der operativen Rendite besteht aber weiter Nachholbedarf. Sie fiel mit 3,7 Prozent deutlich niedriger aus als im Vorjahreszeitraum (2017 nach Q3: 4,3 %). Ralf Brandstätter, COO von VW Pkw, merkte deshalb an: „Unsere operative Rendite müssen wir weiter verbessern. Wir arbeiten unverändert mit großer Disziplin daran, die Wettbewerbsfähigkeit von Volkswagen weiter zu steigern.“

Wie stark der Autobauer allein im dritten Quartal zu kämpfen hatte, zeigen folgende Zahlen: Das operative Ergebnis von VW Pkw schrumpfte zwischen Juli und September 2018 auf rund 200 Millionen Euro zusammen. Vor einem Jahr hatte die Marke in jenem Zeitraum operativ noch 728 Millionen Euro verdient. Die entsprechende Marge sackte von 3,8 Prozent auf nur noch 1 Prozent ab.

Für das Gesamtjahr hält man in Wolfsburg trotz der Probleme zuletzt an der bisherigen Prognose fest und erwartet ein Umsatzplus von bis zu zehn Prozent im Vergleich zum Vorjahr sowie eine Rendite von vier bis fünf Prozent. Ein wenig dämpfte der Hersteller die Erwartungen dann aber doch: „Aufgrund der Belastungen aus der WLTP-Umstellung, den höheren Vertriebskosten sowie Vorleistungen für neue Produkte – insbesondere im Rahmen der Umsetzung der Elektrooffensive – wird sich die operative Rendite jedoch voraussichtlich am unteren Ende der angegebenen Spanne bewegen“, hieß es wörtlich in der VW-Mitteilung.

Bis 2025 will der Hersteller eine Rendite von über sechs Prozent erzielen. Insbesondere in der Produktion sieht die Marke noch viel Luft nach oben bei der Performance. Auf Basis einer neuen Produktionsstrategie, die Volkswagen im September 2018 vorgestellt hat, will das Fabrikat die Produktivität der eigenen Werke weltweit bis 2025 um 30 Prozent steigern.

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