VW-Chefjurist: Diesel-Vergleichsangebot wird fair

Kunden sollen individuelle Angebote bekommen

| Autor: dpa

(Bild: Volkswagen)

Der Chefjurist von Volkswagen hat den Dieselkunden in der Musterklage ein faires Entschädigungsangebot zugesichert. Zu entsprechenden Forderungen von Verbraucherschützern sagte VW-Justiziar Manfred Döss der „Deutschen Presse-Agentur“ am Dienstag: „Ich teile die Einschätzung, dass die Abwicklung des Vergleichs transparent gestaltet und unabhängig kontrolliert werden muss.“ Dies hatte der Chef des Verbraucherzentrale Bundesverbands, Klaus Müller, verlangt, nachdem die Verhandlungen mit VW über eine außergerichtliche Lösung im Streit um Entschädigungen für Dieselbesitzer am vergangenen Freitag überraschend gescheitert waren.

Döss betonte: „Wir wollen schließlich, dass der Kunde das Angebot annimmt, wenn er für sich selbst entschieden hat, dass es das Richtige für ihn ist.“ Das System zur Abwicklung soll ab Ende März stehen. „Wir werden eine IT-Lösung einrichten, bei der der Kunde Kerndaten wie Fahrzeug-Identifikationsnummer und weitere Angaben aus den Zulassungspapieren eingeben kann. Dann wird er ein auf seine persönliche Situation zugeschnittenes Angebot bekommen“, so Döss.

Die Berechnung der Summe soll nach dem Kaufdatum des Autos zwischen 2008 und 2015 sowie nach insgesamt neun verschiedenen Fahrzeugklassen mit dem fraglichen Dieselmotor gestaffelt werden. VW will eine Gesamtsumme von bis zu 830 Millionen Euro bereitstellen. Je nach Einzelfall sollen die Kunden zwischen 1.350 und 6.257 Euro erhalten.

„Wie viel Geld es für welches Fahrzeug gibt, werden wir den Verbrauchern natürlich offenlegen“, erklärte Döss. „Dann kann der Kunde entscheiden, ob er das Angebot für die Einmalzahlung annimmt oder wartet, bis das Verfahren der Musterfeststellungsklage eines Tages abgeschlossen ist und er anschließend seine Einzelklage mit ungewissem Ausgang durchführt.“ Die Musterklage geht parallel weiter. Theoretisch könnten Dieselfahrer, die das VW-Angebot nicht annehmen, so auch höhere Entschädigungen bekommen. Das ist jedoch ungewiss.

Verbraucherschützer äußern sich zurückhaltend

Die Verbraucherschützer wollten das Angebot von VW wegen fehlender Details zunächst nicht bewerten: „Da jeder Fall individuell ist, wird sich auch keine pauschale Empfehlung geben lassen.“ Verbraucher sollten das Angebot in jedem Fall sorgfältig prüfen und ihre Möglichkeiten abwägen. Bisherige Vergleiche hätten im Schnitt Entschädigungssummen von etwa 15 Prozent des Kaufpreises gebracht.

„Es kommt aber immer auf das Gesamtpaket an“, betonte der Verband. Dabei gehe es auch darum, welche Rechte wann abgetreten würden. Eine Generalverzichtserklärung, die auch zukünftige Ansprüche beinhalte, sei problematisch. Die Verbraucherschützer forderten VW zudem auf, fair mit den Dieselfahrern umzugehen und ihnen etwa eine ausreichende Bedenkzeit zur Prüfung des Angebots einzuräumen.

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