VW: Elektro-Transporter haben klare Perspektive

VW Nutzfahrzeuge arbeitet an eigener Version des Crafter

| Autor: Stephan Richter

Markenvorstand Dr. Eckhard Scholz: „Die Angebote des Wettbewerbs erschrecken uns nicht.“
Markenvorstand Dr. Eckhard Scholz: „Die Angebote des Wettbewerbs erschrecken uns nicht.“ (Foto: Richter)

Volkswagen Nutzfahrzeuge arbeitet mit Hochdruck an einer eigenen Version des Großtransporters Crafter. Die aktuelle Kooperation mit dem Produktionspartner Mercedes-Benz läuft noch bis 2016. Danach möchte VW Nutzfahrzeuge den seit 2006 gebauten Transporter in Eigenregie produzieren, wie Markenvorstand Dr. Eckard Scholz bei der Jahres-Pressekonferenz des Herstellers in Hannover ankündigte. Nähere Auskünfte zu möglichen Produktionsstandorten und der Entwicklung des Fahrzeugs gab Scholz nicht. Er ließ jedoch durchblicken, wie wichtig das Werk in Hannover auch für die weltweite Strategie des Konzern sei. Zunächst werde der Hersteller aber sein aktuelles Modell mit neuen, sicherheitsrelevanten Assistenzsystemen ausstatten.

VW Nutzfahrzeuge verzeichnete 2012 in Deutschland einen Rückgang der Kundenauslieferungen um 1,6 Prozent auf 123.114 Einheiten. Dabei zeigte sich der Transporter T5 mit 56.418 Verkäufen und einem Minus von 0,3 Prozent recht stabil. Der Caddy brachte es auf 47.654 Neuzulassungen und büßte damit 9,3 Prozent ein. Der Pick-up Amarok beendete das Jahr mit 3.899 Neuanmeldungen und einem Minus von 7,2 Prozent.

Deutlich besser lief es für den Kleintransporter Crafter, der um stattliche 27,4 Prozent auf 15.243 Auslieferungen zulegte. Trotz insgesamt rückläufiger Absatzzahlen zog Scholz eine verhalten zufriedene Jahresbilanz: „Immerhin jedes fünfte im europäischen Wirtschaftsraum und jedes dritte in Deutschland neu zugelassene Fahrzeug im Segment der Stadtlieferwagen, Transporter und Pickups stammte 2012 von Volkswagen Nutzfahrzeuge.“

Auf dem weltweiten Markt schnitt VW Nutzfahrzeuge besser ab als in Deutschland. So lieferte der Hersteller im Geschäftsjahr 2012 weltweit 550.370 Stadtlieferwagen, Transportern und Pickups aus, das waren 4,0 Prozent mehr als ein Jahr zuvor (2011: 528.900). Der Umsatz stieg um 5,1 Prozent auf 9,45 Milliarden Euro (2011: 8,99 Milliarden Euro). Dagegen ging das operative Ergebnis mit 421 Millionen Euro im Vergleich zum Vorjahr (2011: 449 Millionen Euro) um 6,2 Prozent zurück. Generell will VW Nutzfahrzeuge das weltweite Geschäft ausbauen.

Elektro-Transporter im Gespräch

Für 2013 kündigte Scholz zwar keine neuen Fahrzeuge, jedoch zahlreiche Sondermodelle wie den Amarok Canyon, den Cross Caddy, den Caddy Jako-O oder den Transporter Edition an. Auch in Sachen Elektroantrieb zeichnen sich bei VW Nutzfahrzeuge neue Entwicklungen ab. Konkrete Aussagen zum Zukunftsthema Elektro-Nutzfahrzeuge will der Hersteller aber erst im kommenden Herbst machen. „Unsere beiden aktuellen Konzeptfahrzeuge E-Co-Motion und eT! zeigen wir nicht ohne Hintergrund. Wir werden hier demnächst konkrete Antworten liefern“, sagte Scholz.

Über eine elektrisch angetriebene Transporter-Variante des VW Up lohne es sich intensiv nachzudenken. „Das jetzige Pkw-Konzept ist sehr interessant und zudem seriennah. Wir sehen definitiv eine Prespektive für leichte Nutzfahrzeuge mit Elektroantrieben“, betonte Scholz.

Gedanken mache sich der Hersteller derzeit auch über mögliche Nachfolgemodelle für den T5 und den Caddy. Allerdings begegne man diesem Thema mit großer Gelassenheit: „Unsere Produkte sind trotz des langen Modellzyklus noch immer taufrisch. Und was der Wettbewerb in Genf an neuen Fahrzeugen gezeigt hat, hat uns nicht erschreckt oder nachhaltig unter Druck gesetzt.“

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