VW-Händler wollen neuen Vertrag nicht unterschreiben

Von Dr. Martin Achter Autor Name

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Rote Karte für den Hersteller: Deutschlands VW- und Audi-Händler haben sich bei einer Tagung geschlossen gegen die neuen Händlerverträge nach derzeitigem Verhandlungsstand ausgesprochen. Die Partner wollen keine Unterschrift leisten.

(Bild:  Feser Graf)
(Bild: Feser Graf)

Die Volkswagen- und Audi-Händler in Deutschland wollen die neuen Vertriebsverträge des Herstellers nach aktuellem Verhandlungsstand nicht unterschreiben. Bei einer Tagung des Volkswagen- und Audi-Partnerverbandes (VAPV) am Donnerstag in Hannover sprach sich die Händlerschaft geschlossen dagegen aus, den Vertragsentwurf zu zeichnen, wie mehrere Volkswagen- und Audi-Händler, die an der Veranstaltung teilnahmen, auf Anfrage von »kfz-betrieb« übereinstimmend berichteten.

Den Aussagen der Händler zufolge waren zwei Abstimmungen während der Tagung von zentraler Bedeutung – abgestimmt wurde mit roten und grünen Karten: Das eine Votum hatte zum Ergebnis, „dass dem Vertrag in derzeitiger Form nicht zuzustimmen ist“, erläuterte ein VW-Partner. „Ich habe mich bei der Abstimmung umgesehen und keine einzige grüne Karte gesehen.“ Die anderen Händler berichteten dies analog.

Zum anderen wurde der VAPV zu weiteren Verhandlungen mit dem Volkswagen-Konzern bevollmächtigt. Zu der Veranstaltung waren rund 850 Vertreter von VW- und Audi-Handelsbetrieben gekommen.

Die befragten VW- und Audi-Partner berichteten von einem „Schulterschluss“ der Händlerschaft auf der Tagung. Es herrsche Einigkeit darüber, dass die Verträge noch deutlich zugunsten des Handels verändert werden müssten. Der Verband habe an seine Mitglieder appelliert, erst zu unterschreiben, wenn er eine Empfehlung dafür ausspreche.

„Blamage wie 2003“ vermeiden

Ein Händler betonte im Gespräch mit der Redaktion: „Wir dürfen uns eine Blamage wie 2003 in Mainz nicht mehr leisten. Auch damals gab es den Schulterschluss – und dann haben doch viele unterschrieben. Das darf so nicht noch einmal passieren.“ Die aktuellen Händlerverträge stammen von damals.

Nach Angaben von Veranstaltungsteilnehmern sieht der weitere Verlauf der Verhandlungen so aus:

  • Bis zum 28.2.2018 Kündigung der aktuellen Verträge
  • Verhandlung der neuen Verträge bis zum 30.6.2018
  • Die Verträge sollen bis zum 31.8. den Partnern vorgelegt werden
  • Unterschrift sollen die Händler bis zum 30.11. leisten

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