VW: Hardwaretausch bei Dieselgate-Modellen

Autor / Redakteur: Niko Ganzer / Jakob Schreiner

Weltweit benötigen 5.400 Passat und Passat CC „zur Steigerung und Verbesserung der Diagnosefähigkeit des SCR-Systems“ neue Teile. Zudem wird bei den Vertragspartnern ein weiteres Softwareupdate durchgeführt.

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(Foto: VW)

VW-Betriebe müssen nun doch an einigen Dieselfahrzeugen, die im Rahmen des Abgasskandals am Software-Update teilgenommen haben, auch die Hardware anfassen. Allerdings ist nicht die Nachrüstung eines Harnstoff-Katalysators gemeint. Die weltweit von dem neuen Rückruf betroffenen 5.400 Passat (Baujahre 2009 und 2010) und Passat CC (2010 und 2011) sind nämlich bereits mit einem SCR-System ausgestattet.

Bei Fahrzeugen mit dem Zweiliter-Aggregat vom Typ EA 189 (1. Generation mit Euro 6) in der Leistungsstufe 105 kW könne es vorkommen, dass nach der Durchführung des Updates die gelbe Motorkontrolllampe (MIL) aufleuchtet, sagte ein VW-Sprecher auf Anfrage. Im Display erscheine dann die Meldung „Ad Blue prüfen! Kein Motorstart in 1.000 km“. Diese Meldung könne auch dann aufleuchten, wenn der Tank noch ausreichend mit der Chemikalie gefüllt sei.

„Zur Fehlerbehebung muss eine optimierte Software aufgespielt werden. Gleichzeitig wird an dieser Fahrzeugpopulation, zur Steigerung und Verbesserung der Diagnosefähigkeit des SCR-Systems ein kostenfreier Tausch von NOx-Sensor, Luftmassenmesser und Kühlmittelregler durchgeführt“, beschrieb der Sprecher die Abhilfemaßnahmen. Zur Dauer der Instandsetzung konnte er noch keine Angaben machen.

Seat nicht betroffen

Das Software-Update läuft wie beim ersten Werkstattbesuch dieser Fahrzeuge unter dem Kürzel „23R7“, der Hardwaretausch unter „23Z1“. Die Aktion startete am 21. Mai. Fahrzeuge mit digitalem Serviceplan erhalten als Nachweis der Durchführung einen Ausdruck für das Bordbuch. Bei Modellen mit analogem Serviceplan ist laut dem Sprecher die Bestätigung mit Aktionsnummer, Datum und Stempel im „Raum für Eintragungen der Werkstatt“ vorzunehmen.

Auch der Audi A4 und der Seat Exeo wurden im betroffenen Bauzeitraum in der 105-kW-Variante angeboten. Die Kombination SCR-System und Euro-6-Abgasnorm sei vor dem Auslaufen des Modells nicht mehr verbaut worden, sagte ein Sprecher von Seat Deutschland. Ein Audi-Sprecher erklärte auf Anfrage lediglich, ihm sei das „Thema überhaupt nicht bekannt“.

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