VW-Partner Ramsperger startet Mitsubishi- und Dodge/Ram-Vertrieb

Autor: Yvonne Simon

Die Ramsperger-Gruppe vertreibt bislang die Volkswagen-Marken VW, Audi, VW-Nutzfahrzeuge, Skoda, Seat und Cupra. Jetzt kommen mit Mitsubishi, Dodge und Ram Marken außerhalb des Wolfsburger Konzerns hinzu. Dafür gibt es mehrere Gründe.

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Die Ramsperger-Gruppe geht mit dem Vertrieb von Dodge, Ram und Mitsubishi neue Wege.
Die Ramsperger-Gruppe geht mit dem Vertrieb von Dodge, Ram und Mitsubishi neue Wege.
(Bild: Ramsperger-Gruppe)

Das Autohaus Ramsperger aus Kirchheim unter Teck erweitert sein Markenportfolio erstmals seit 1948 jenseits des Volkswagen-Universums. Seit Anfang Oktober verkauft das Unternehmen nun auch die Fabrikate Mitsubishi, Dodge und Ram. Die Marken des Wolfsburger Konzerns – VW, Audi, VW-Nutzfahrzeuge, Skoda, Seat und Cupra – vertritt der Händler weiterhin „mit gleicher Intensität wie bisher“, bestätigte Frank Eberhart, geschäftsführender Gesellschafter, im Gespräch mit »kfz-betrieb«.

Weil wohl die wenigsten Ramsperger mit den US-Cars beziehungsweise der japanischen Marke in Verbindung gebracht hätten, feiert das Autohaus die Einweihung des neuen Showrooms am 26. und 27. Oktober unter dem Motto „Expect the unexpected“. Zur Aufnahme der neuen Fabrikate kam es, weil mit dem Umzug des Skoda-Betriebs dessen bisheriger Showroom verfügbar wurde. „Wir haben uns dann nach Marken umgesehen, die in der Region noch nicht vertreten sind“, so Eberhart.

Mitsubishi sei selbst auf Ramsperger zugegangen. Mit dem Preis-Leistungsverhältnis der Japaner könne die Gruppe „Angebote in einem Segment machen, wo wir bislang nichts anzubieten hatten“, erklärt Eberhart. Zudem könne man Kunden ansprechen, die sich vor dem Hintergrund der Diesel-Problematik vom Volkswagen-Konzern abgewendet haben. Generell gebe es aber kaum Überschneidungen zwischen Volkswagen-Kunden und Käufern japanischer Fahrzeuge.

Das dürfte auch für die amerikanischen Marken gelten. Ramsperger will die treue Fangemeinde ansprechen, die in der Umgebung derzeit keinen qualifizierten Ansprechpartner habe. Der Vertrag mit AGT, dem Dodge/RAM-Importeur für Europa, widerspreche zwar auf dem ersten Blick der „umweltbewussten Philosophie von Ramsperger“, heißt es in einer Pressemitteilung des Händlers. Mittlerweile habe sich jedoch dank Zylinderabschaltung und weiteren High-Tech-Maßnahmen viel getan. „Verbräuche von 11 bis 13 Litern Benzin sind ohne Probleme darstellbar, das haben wir selbst getestet“, so Eberhart. Außerdem werde ein Großteil der Fahrzeuge ab Importeur auf Flüssiggasbetrieb umgerüstet.

50.000 Euro investiert

Der Investitionsaufwand in die neuen Marken war für Ramsperger mit rund 50.000 Euro überschaubar. Das Autohaus präsentiert die Mitsubishi-Modelle und US-Cars fortan auf einer Ausstellungsfläche von 500 Quadratmetern, der Service findet an einem der VW-Betriebe statt. Am Standort sind zwei Verkäufer und ein Disponent beschäftigt. Im ersten Jahr erwartet Ramsperger, zwischen 100 und 120 Mitsubishi-Neuwagen zu verkaufen. Eine Prognose für die amerikanischen Marken sei Eberhart zufolge „eher schwierig“, man rechne aber mit 30 bis 50 Verkäufen.

Die Ramsperger-Gruppe blickt auf eine 111-Jahre lange Unternehmensgeschichte zurück. Seit 1948 ist das Autohaus VW-Vertragshändler, 1975 kam Audi hinzu. Skoda vertreibt die Gruppe seit 1999, Seat seit 2016 und den Performance-Ableger Cupra seit vergangenem Jahr. Mittlerweile ist Ramsperger an zehn Standorten (davon eine Aral-Tankstelle) in Kirchheim und Nürtingen aktiv. Mit 309 Mitarbeitern verkaufte die Gruppe im gerade abgeschlossenen Geschäftsjahr 2018/19 insgesamt 2.060 Neuwagen und 3.194 Gebrauchte und erzielte einen Umsatz von 132 Millionen Euro.

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Redakteurin Management & Handel