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VW zündet beim Online-Vertrieb die nächste Stufe

| Autor: Christoph Seyerlein

Volkswagen kauft 49 Prozent der Anteile des Digital-Spezialisten Diconium. Das Stuttgarter Unternehmen soll helfen, eine globale Online-Vertriebsplattform aufzubauen. Der Handel muss sich laut VW deshalb keine Sorgen machen.

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Die Volkswagen Automotive Cloud soll die Plattform des Autobauers für digitale Dienste werden.
Die Volkswagen Automotive Cloud soll die Plattform des Autobauers für digitale Dienste werden.
(Bild: Volkswagen AG)

Volkswagen schaltet bei der Digitalisierung seiner Prozesse einen weiteren Gang hoch. Wie der Hersteller am Freitag mitteilte, steigt er mit 49 Prozent bei Diconium ein. Das Unternehmen aus Stuttgart gilt als Spezialist für den Aufbau digitaler Geschäftsmodelle, gerade im Vertrieb sollen die Schwaben ihre Stärken haben. Die Anteilsübernahme muss noch kartellrechtlich genehmigt werden. Wie viel sich die Wolfsburger den Deal kosten lassen, ist nicht bekannt.

Diconium soll beim Aufbau der Volkswagen Automotive Cloud eine Schlüsselrolle einnehmen. Jene Plattform soll das Herzstück aller digitalen Aktivitäten von Volkswagen werden. Beispielsweise plant der Hersteller, darüber Functions on demand zu vertreiben. Jene im Auto zuschaltbaren Dienste haben die Wolfsburger als großen Umsatzbringer für die Zukunft auserkoren.

Um die Cloud zum Laufen zu bringen, arbeitet Volkswagen bereits mit Microsoft zusammen. Christoph Hartung, Leiter Digital & New Business und Mobility Services der Marke Volkswagen, teilte am Freitag mit: „Gemeinsam werden wir unseren Kunden ein breites und komfortables Angebot machen, das sie mit ihren mobilen Endgeräten oder direkt im Auto nutzen können.“

Erklärtes Ziel der Zusammenarbeit zwischen VW und Diconium ist eine globale Online-Vertriebsplattform. Kunden sollen darüber Services nicht nur einkaufen, sondern auch verwalten können. Dabei geht es unter anderem um Multimedia-Streaming, automatisches Bezahlen fürs Tanken, Laden und Parken oder auch Over-the-Air-Updates.

VW betont wichtige Rolle des Handels

Der Einstieg bei Diconium erfolge auch, um die Vereinbarungen der neuen Händlerverträge auf den Weg zu bringen, wie Volkswagen mitteilte. Dabei verwies der Hersteller erneut darauf, bei der „konsequenten Digitalisierung“ der Vertriebsprozesse und Fahrzeuge eng mit dem Handel zusammenarbeiten zu wollen.

Diconium (ehemals dmc) wurde 1995 in Stuttgart gegründet. Heute beschäftigt das Unternehmen an seinen Standorten in Deutschland, Portugal, den USA und Indien insgesamt rund 800 Mitarbeiter. Die beiden Gründer Andreas Schwend und Daniel Rebhorn bleiben weiter an Bord. Schwend sagte zum Einstieg von VW: „Durch die Partnerschaft sichern wir langfristig eine klare Entwicklungsperspektive für Diconium, seine Mitarbeiter, sowie unsere Bestands- und Neukunden.“

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