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Wärmepumpentechnik: Mal anpumpen?

Autor / Redakteur: Andreas Lamm / Steffen Dominsky

Auch wenn Daimler in Sachen CO2-Klimaanlage gescheitert ist: Als Kältemittel in Wärmepumpen eignet sich das Gas hervorragend. Gerade E-Autos profitieren von der Technik, mit der man reichweitenverlängernd heizen und kühlen kann.

Hyundai hat die Wärmepumpentechnologie bei E-Fahrzeugen weiterentwickelt. Diese nutzt jetzt nicht nur die Abwärme aus Antriebsmotoren, Bordladegeräten und Wechselrichtern, sondern nun auch die der Akkupacks, und stellt diese Wärme der Heizung zur Verfügung.
Hyundai hat die Wärmepumpentechnologie bei E-Fahrzeugen weiterentwickelt. Diese nutzt jetzt nicht nur die Abwärme aus Antriebsmotoren, Bordladegeräten und Wechselrichtern, sondern nun auch die der Akkupacks, und stellt diese Wärme der Heizung zur Verfügung.
(Bild: Hyundai)

Die älteren Semester werden sich noch erinnern, wie es war: im Winter die Scheiben während der Fahrt freizukratzen, weil die Heizung im VW Käfer wieder mal nicht lieferte. Eingemummelt bis oben hin, frierend, bibbernd war man im Auto unterwegs. Diese Zeiten sind lange vorbei – zum Glück. Heutzutage stellt man die gewünschte Temperatur ein, und innerhalb kürzester Zeit hat man die perfekte Wohlfühlatmosphäre, unabhängig von der Jahreszeit. Der Kühlwasserkreislauf und die Klimaanlage, angeheizt und angetrieben von einem Verbrennungsmotor, machen es möglich.

Beim Umstieg auf die E-Mobilität ist der Wunsch nach einem perfekten Klima im Innenraum geblieben. Doch ein Elektromotor bzw. Inverter liefert nicht ansatzweise genügend Abwärme, um den Fahrgastraum mollig warm zu machen. Zum schnellen Aufheizen bedarf es bei einem Pkw bei –20 °C rund 7 kW Heizleistung. Da hilft oft nur eines: Mittels PTC-Heizer elektrisch zuheizen. In der Regel erwärmt der direkt die Luft – sollte er jedoch in den Wasserkühlkreislauf eingebunden sein, entstehen weitere Energieverluste. Beides geht auf Kosten der Antriebsbatterie und damit auf die Reichweite. Zusätzlich sinkt die Kapazität des Akkus bei tiefen Temperaturen. Die Hersteller reagieren und bauen immer größere Akkus in die Fahrzeuge ein, um den Energiebedarf zu decken bzw. die Reichweite zu erhöhen. Doch großer Akku gleich hohes Gewicht, hoher Preis und schlechte Ökobilanz.