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Wartungsfehler: Pflicht zum Schadenersatz

| Autor / Redakteur: Dr. Susanne Creutzig, Kanzlei Creutzig & Creutzig in Köln, E-Mail: j.creutzig@creutzig-law.com / Joachim von Maltzan

Verursacht eine Werkstatt durch fehlerhafte Arbeiten Schäden an einem Kundenfahrzeug, kann der Besitzer des Pkws in einigen Fällen auch dann Schadenersatz verlangen, wenn er vorher die Werkstatt nicht zur Nachbesserung aufgefordert hat.

Wenn einem Monteur bei Wartungsarbeiten Fehler unterlaufen, kann dies Schadenersatzansprüche des Fahrzeugbesitzers auslösen.
Wenn einem Monteur bei Wartungsarbeiten Fehler unterlaufen, kann dies Schadenersatzansprüche des Fahrzeugbesitzers auslösen.
(Bild: © Peter Atkins - stock.adobe.com)

Gibt ein Pkw-Besitzer seinen Pkw für Wartungsarbeiten in eine Werkstatt und entstehen dabei aufgrund fehlerhafter Arbeiten Schäden an dem Fahrzeug, so hat der Pkw-Besitzer nicht nur das Recht auf Nachbesserung („zweite Chance für die Werkstatt“), sondern er kann auch Schadenersatz von dem Betrieb verlangen. Das hat der Bundesgerichtshof (BGH) in einem Grundsatzurteil vom 7.2.2019 (VII ZR 63/18) entschieden. Voraussetzung ist, dass die Schäden nicht durch die Nacherfüllung beseitigt werden können. Das gilt auch für Folgeschäden, die mangelbedingt sind und an anderen Rechtsgütern des Pkw-Besitzers eintreten.

In dem Urteilsfall hatte die Klägerin ihren Volvo V70 für Wartungsarbeiten der beklagten Werkstatt überlassen. Im Zuge der Wartungsarbeiten tauschte die Werkstatt u. a. den Keilrippenriemen, den Riemenspanner und den Zahnriemen für die Motorsteuerung aus. Die Klägerin bezahlte die Rechnung der Werkstatt. Kurze Zeit später, als die Klägerin ihr Auto wegen Problemen an der Lenkung in einer anderen Werkstatt überprüfen ließ, stellte sich heraus, dass die erste Werkstatt den Keilrippenriemen nicht richtig gespannt hatte.