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Webasto schließt seine Zentrale: Autobranche reagiert auf Coronavirus

Autor / Redakteur: dpa/Svenja Gelowicz / Svenja Gelowicz

Toyota stellt seine Fertigung für einige Tage in China ein, Webasto schließt seinen Hauptsitz in Stockdorf: Welche Maßnahmen Hersteller und Zulieferer gegen das Coronavirus ergreifen.

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Sicherheitsmaßnahme: Zulieferer Webasto schließt vorerst seine Zentrale wegen des Coronavirus.
Sicherheitsmaßnahme: Zulieferer Webasto schließt vorerst seine Zentrale wegen des Coronavirus.
(Bild: Webasto)

In China steigt die Zahl der Patienten mit der neuen Lungenkrankheit, die Coronaviren auslösen, sprunghaft an. Die Zahl der Erkrankungen kletterte innerhalb eines Tages bis Mittwoch um 1.459 Personen. Damit sind mehr als 6.000 Fälle erfasst. Weitere 26 Patienten sind in China gestorben. Damit gibt es nun insgesamt 132 Todesfälle.

In Deutschland wurden vier Infektionen mit dem Coronavirus bestätigt. Die drei am Dienstagabend (28. Januar) bekannt gewordenen neuen Fälle stehen in Zusammenhang mit dem ersten Patienten in Bayern, einem Mitarbeiter von Webasto – der sich bei einer Kollegin aus China angesteckt hatte. Die infizierte Chinesin, die zu einem Seminar der Firma gekommen war, hatte sich bei ihren Eltern angesteckt.

Erst auf ihrem Rückflug nach China am 23. Januar fühlte sie sich unwohl, ging anschließend zum Arzt – und wurde positiv auf das Coronavirus getestet. Am Montag, den 27. Januar, erfuhr die Firmenleitung in Deutschland von dem Befund und informierte die Kollegen der Frau in Stockdorf. Ein Mitarbeiter, der gemeinsam mit der Frau an der Schulung teilgenommen und in einer Kleingruppe zusammengearbeitet hatte, wurde daraufhin ebenfalls positiv auf das Virus getestet. Er hatte sich am Wochenende zuvor bereits „grippig“ gefühlt.

Die drei neuen Patienten in Deutschland sind nach Angaben des bayerischen Gesundheitsministeriums wie der erste nachgewiesene Infizierte auch Mitarbeiter des Autozulieferers Webasto im bayerischen Stockdorf. Sie wurden in der München Klinik Schwabing stationär aufgenommen und werden dort medizinisch überwacht und isoliert, Kontaktpersonen werden getestet. Wegen der Infektionen schließt Webasto seinen Stammsitz im oberbayerischen Stockdorf, einem Ortsteil von Gauting, bis Sonntag.

Toyota stoppt Fertigung, Volkswagen setzt auf Homeoffice

Nicht nur Webasto ergreift Sicherheitsmaßnahmen. Der japanische Autohersteller Toyota hat in China seine Produktion wegen der Ausbreitung des Coronavirus gestoppt. Aufgrund verschiedener Faktoren wie den Vorgaben der lokalen und regionalen Behörden sowie der Teileversorgungssituation habe Toyota entschieden, den Betrieb in seinen Fabriken in China bis zum 9. Februar einzustellen, wie ein Sprecher des Autoherstellers der Nachrichtenagentur Bloomberg am Mittwoch (29. Januar) sagte. Das Unternehmen werde die Situation beobachten und entscheiden, wie ab dem 10. Februar dort weiter verfahren werde.

Volkswagen wiederum lässt seine 3.500 Mitarbeiter in Peking für zwei Wochen von zuhause aus arbeiten. Wie der Autohersteller ebenfalls am Mittwoch mitteilte, werden bis auf weiteres auch alle Geschäftsreisen in China und international ausgesetzt. Nach dem bisher geplanten Ende der – schon um drei Tage verlängerten – offiziellen Neujahrsferien am kommenden Montag sollen die Mitarbeiter in der Hauptstadt bis zum 17. Februar zuhause bleiben und von dort arbeiten.

Auch andere deutsche Unternehmen beschränkten Dienstreisen von, nach und in China, darunter Thyssenkrupp, der Autozulieferer Schaeffler, der Spezialchemiekonzern Covestro, BMW, Audi und Siemens.

Auch die Formel 1 hat die aktuelle Lage im Blick. Sie beobachtet die Situation in China nach dem Ausbruch des neuen Coronavirus mit Blick auf den Großen Preis in Shanghai am 19. April. Die Motorsport-Königsklasse stehe dabei in engem Kontakt mit den chinesischen Veranstaltern und dem Internationalen Automobilverband FIA, wie ein Sprecher der Formel 1 der Deutschen Presse-Agentur am Mittwoch auf Anfrage erklärte.

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