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Was hat Sie so sicher gemacht, dass die beiden anderen Markenwelten nicht in Mitleidenschaft gezogen werden?
Bevor wir die Insolvenz beim Amtsgericht beantragt haben, hat eine Wirtschaftsprüfungsgesellschaft alles unter die Lupe genommen. Wir wollten keinesfalls eine Katastrophe erleben. Diese Vorgehensweise kann ich jedem Mehrmarken-Unternehmer mit verschiedenen Unternehmenszweigen nur empfehlen.
Aber eine solche Trennung kostet zusätzliches Geld.
Ja, diese Handhabung hat ohne Zweifel ihre Nachteile. Unter anderem kann man das Minus auf dem einen Geschäftskonto nicht mit dem Plus des anderen Kontos ausgleichen. Manch einer denkt vielleicht, was soll der Blödsinn. In unserem Fall war diese Vorgehensweise die Lebensversicherung für die beiden anderen Markenwelten und somit jeden zusätzlichen Euro wert.
Hätte es zwischen den einzelnen GmbHs eine wirtschaftliche Verbindung gegeben – in welcher Form auch immer –, wäre es zu weiteren Problemen gekommen?
Die Wellergruppe wäre auch dann nicht in den Abgrund gestürzt, aber es hätte nochmal deutlich mehr Geld gekostet.
Apropos Geld: Welches Vermögen muss die Wellergruppe durch die Insolvenz für immer abschreiben?
Das Eigenkapitel von Max-Moritz ist weg, ebenso die Gesellschafterdarlehen dieser Sparte. In Summe sprechen wir hier von einem zweistelligen Millionen-Betrag.
Das ist selbst für ein Unternehmen wie die Wellergruppe sehr viel Geld.
Das stimmt. Und um zu verhindern, dass die Wellergruppe noch mehr Geld verliert, haben wir für Max-Moritz Insolvenz angemeldet. Denn nur mit diesem Schritt konnten wir weitere Verluste vermeiden.
Würden Sie sagen, gerade noch rechtzeitig?
Es wäre ein sehr großer Fehler gewesen, noch länger abzuwarten und weiteres Geld reinzustecken. Das haben wir definitiv unterbunden.
Welche Rolle spielen in so einer Situation die Hersteller und Importeure?
Eine Insolvenz plant man nicht, man steht plötzlich davor und alles wird von Woche zu Woche, von Tag zu Tag schwerer. Natürlich hilft in einer solchen Situation ein gutes Verhältnis zum Hersteller und zur Herstellerbank. Die letzten Wochen haben wir mit dem VW-Konzern und allen relevanten Abteilungen von Volkswagen, Audi, VW-Bank und Skoda zusammengesessen, um Lösungen zu finden und gemeinsam zu entscheiden.
Wie sahen die wesentlichen Entscheidungen aus?
In erster Linie ging es darum, die Betriebe am Leben zu erhalten, um die Arbeitsplätze nicht zu gefährden. Ferner wollten Audi und Volkswagen die Max-Moritz-Gruppe nicht als Ganzes erhalten, sondern unter mehreren Händlern aufteilen. So ist es dann auch gekommen. Hier wurde die Chance auch zur Netzentwicklung genutzt.
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