Wellergruppe: Einzelne Verfehlungen reißen Max-Moritz-Betriebe nieder

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Themenwechsel: Um wie viele Mitarbeiter hat sich die Wellergruppe verkleinert?

Wir sind jetzt 650 Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter weniger.

Und von wie vielen verkauften Neu- und Gebrauchtwageneinheiten weniger sprechen wir?

Das ist schon eine sehr ordentliche Zahl. In Summe sind das rund 22.000 Autos, 7.000 Neu- und 15.000 Dienst- und Gebrauchtwagen.

In Sachen Servicegeschäft fehlen jetzt einige Millionen Euro Umsatz. Inwieweit verschlechtert das den Verhandlungsspielraum, wenn es um Einkaufskonditionen z. B. von Schmierstoffen oder Reifen geht?

Gar nicht. Auch ohne Volkswagen und Audi beträgt der Schmierstoffumsatz noch 3,7 Millionen Euro; bei den Reifen sogar 10,3 Millionen Euro. Wir haben also immer noch eine sehr gute Verhandlungsposition.

Die Kosten zentraler Funktionen wie IT, Buchhaltung, Controlling und Marketing verteilt Ihr Unternehmen auf die verschiedenen Standorte. Wie wirkt sich die Unternehmensverkleinerung auf die Wellergruppe aus?

Unsere Verwaltung ist insgesamt sehr schlank aufgestellt. In der Berliner Zentrale arbeiten gerade einmal 13 Personen. Da gibt es kostenseitig keine Millionenbeträge umzulegen.

Verunsichert so eine Insolvenz die verbleibenden Führungskräfte und Belegschaften der beiden anderen Markenwelten?

Ja. Aber wenn man alles ordentlich kommuniziert, nur für maximal zwei Stunden. Wir haben per Videokonferenz in alle Häuser das Signal „keine Panik“ gesendet und allen Mitarbeitern gesagt, dass sie einen tollen Job machen und es uns viel Freude bereitet, mit ihnen zusammenzuarbeiten. Wir haben allen deutlich gemacht, dass die Max-Moritz-Insolvenz keine Auswirkungen auf ihre Arbeit und ihre Unternehmen haben wird. Das hat gut funktioniert, es hat uns niemand verlassen.

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Mussten Sie bzw. müssen Sie bei der verbliebenen Belegschaft den Rotstift ansetzen?

Nein. Wir haben nicht nur unsere Jahresprämien wie vereinbart bezahlt, sondern zudem den Urlaubsanspruch von gesetzlich 24 auf freiwillige 30 Tage erhöht. Damit haben wir ein sehr positives Signal ausgesendet, somit sind alle glücklich.

Apropos glücklich: Sind Sie das mit den beiden verbliebenen Markenwelten BMW/Mini und Toyota/Lexus auch?

In beiden Brands verlaufen die Geschäfte sehr erfreulich. Mit Toyota waren wir im abgelaufenen Geschäftsjahr bestens unterwegs und in diesem Jahr liegen wir bei den Neuwagenverkäufen bereits über dem Vorjahresniveau. Bei Lexus klemmt es im Moment ein wenig, aber auch hier sind wir guter Dinge.

Und wie steht es um BMW/Mini?

Bei BMW läuft’s mit 13 Prozent plus hervorragend und Mini fliegt im Moment, das es schon fast unglaublich ist. Bei Mini liegen wir derzeit rund 23 Prozent über Vorjahr. Schöner kann es nicht sein.

Gilt das für alle Standorte?

Wir haben derzeit keinerlei Problemfälle. Unsere 16 BMW- und 13 Toyota-Betriebe sind allesamt gut unterwegs.

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