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Toyota hat für Deutschland 100.000 verkaufte Neuwagen ins Visier genommen. Glauben Sie an diese Vision?
Ja, daran glaube ich. 100.000 Neuwagen sind für Deutschland realistisch. Nicht in diesem und im nächsten Jahr, aber vielleicht schon 2020.
Im Dezember haben Sie fünf neue Toyota-Standorte übernommen. Mit welchem Stückzahlzuwachs rechnen Sie?
Die neuen Standorte in Dortmund (2), Lünen, Lüdinghausen und Hamm müssen wir erst noch auf Stückzahlen bringen. Bisher herrschte dort eher das Prinzip „Servicestelle mit angeschlossenem Verkauf“. Alle Standorte haben noch Luft nach oben.
Wie viel Luft?
Mit unseren bisherigen Toyota-Standorten liegen wir allerorten über dem bundesweiten Durchschnitt. Die neuen Häuser liegen in Sachen Verkauf allesamt unter dem Bundesdurchschnitt. Ich glaube, dass diese fünf neuen Häuser in 2020 durchaus 3.000 Neuwagen und 6.000 Gebrauchtwagen vermarkten können.
Können Sie sich nach wie vor vorstellen, weitere Häuser zu übernehmen?
Wir wollen sowohl mit Toyota/Lexus als auch mit BMW/Mini weiter wachsen. Aber weil wir gestern mal einen Schritt zurück gemacht haben, heißt das nicht, dass wir morgen der ganzen Welt zeigen müssen, dass wir die nächsten Betriebe übernehmen. Gut Ding will Weile haben. Wir müssen jetzt erst einmal die Insolvenz verarbeiten, das steckt man nicht einfach mal so weg.
Wie verkraftet ein erfolgsverwöhnter Unternehmer einen solchen Tiefschlag?
Keine Frage, so ein Tiefschlag tut sehr weh. Nochmal: Wir reden uns das nicht schön. Ich habe es eingangs schon gesagt: Damit sich Fehler nicht wiederholen, arbeiten wir das Geschehene auf und schauen, was wir falsch gemacht haben.
Haben Sie überhaupt noch Lust auf Automobilhandel?
Ja, natürlich. Früher waren mehr als zwei Drittel des Unternehmens hochgradig gesund, jetzt sind es 100 Prozent. Nun konzentrieren wir uns darauf, mit weniger Umsatz eine Rendite von 1,3 Prozent zu realisieren. Das wären etwas mehr als zehn Millionen Euro, was doch sehr gut ist. Mir macht Autohandel nach wie vor viel Spaß.
Was motiviert Sie?
Ich glaube an die Autobranche und an das Geschäftsmodell der Wellergruppe. Wenn man als Unternehmer eine Rüttelstrecke nicht übersteht, dann ist man kein Unternehmer. Mein Motto lautet: „Aufstehen, sich schütteln und sagen: jetzt erst recht.“ Und mit unseren jetzigen beiden Markenwelten verdienen wir gutes Geld, darauf gilt es sich zu konzentrieren. Deshalb werden wir keine neue Markenwelt aufnehmen, sondern konzentrieren uns mit Toyota/Lexus und BMW/Mini auf die Weiterentwicklung des bestehenden Geschäfts. Mit über 30.000 verkauften Neu- und Gebrauchtwagen gehört die Wellergruppe nach wie vor zu den zehn größten Autohausgruppen Deutschlands.
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