Werkstattausrüstung: Kölner Gedankenspiele

Nichts ist mehr so, wie es vor Corona war – das Virus krempelt jeden Bereich unseres gewohnten Lebens um. Kaufentscheidungen fallen schwer, denn sich wie bisher auf Fachmessen wie der Tire Cologne zu informieren, ist auf lange Zeit nicht mehr möglich.

| Autor: Ottmar Holz

Mit einem handgeführten Reifenscanner kann der Anwender schnell, unkompliziert und überall den Istzustand der Kundenräder prüfen und dokumentieren.
Mit einem handgeführten Reifenscanner kann der Anwender schnell, unkompliziert und überall den Istzustand der Kundenräder prüfen und dokumentieren. (Bild: Snap-On)

Eine virtuelle Messe kann man sich immerhin noch auf einem Bildschirm ansehen, eine verschobene dagegen vorerst gar nicht. Schade, denn auf der Tire Cologne hätten die Fachbesucher dieses Jahr auf einem Rundgang mit Sicherheit wieder viel Interessantes gefunden und damit ihrem Reifengeschäft neue Impulse geben können. Das fängt schon bei einer der alltäglichsten Verrichtungen an: der Profiltiefenmessung. Die gute alte Eintauchmessung mit einem mehr oder meist weniger wertig aussehenden Plastikschieberchen, das der Meister oder Geselle aus der Tasche zaubert und irgendwo irgendwie in die Rille drückt – sie überzeugt viele Kunden nicht mehr. Der Messvorgang ist für den Kunden kaum zu kontrollieren, es gibt keine Bildschirmanzeige mit der von vielen anderen Lebensbereichen gewohnten Grün-Gelb-Rot-Entscheidungshilfe.

Gut drei Viertel aller Konsumenten möchten sogar von ihrer Cornflakes-Tüte wissen, wie es um den Nährwert ihres Inhalts steht. Bei so unanschaulichen Begriffen wie Mindestprofiltiefe, Aquaplaning, Starkregen oder gar einseitiger Schulterverschleiß vertrauen vermutlich sogar noch weit mehr Endverbraucher eher einem durch Signalfarben klar strukturierten Statusbericht als einem Plastikteil für wenige Cent.Es wundert daher nur wenig, dass immer mehr Autohäuser den prüfenden Blick auf die Reifen ihrer Kunden mittlerweile einer Maschine überlassen.

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