Corona Wie die Pandemie die Kommunikation in Autohäusern verändert

Autor: Christoph Seyerlein

Mehr Anrufe, E-Mails, Video-Beratungen – oder doch alles wie immer? Eine Umfrage bei Kfz-Betrieben zeigt, welchen Herausforderungen sich die Branche in der Kundenkommunikation durch Corona stellen muss.

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In vielen Autohäusern gehen mehr Anrufe ein als vor der Corona-Krise.
In vielen Autohäusern gehen mehr Anrufe ein als vor der Corona-Krise.
(Bild: Autohaus Liliensiek)

Zoom-Konferenzen, Teams-Meetings oder Skype-Calls gehören seit Ausbruch der Corona-Pandemie für die meisten Arbeitenden zum Alltag. Zwar fallen die Kontaktbeschränkungen aktuell nicht ganz so strikt aus wie im Frühjahr. Doch auch der Autohandel muss sich derzeit wieder mit verschärften Vorgaben auseinandersetzen.

Doch wie wirken sich die Auflagen in der Kommunikation mit Kunden tatsächlich aus? Die Deutsche Automobil Treuhand (DAT) ist dieser Frage nachgekommen. Das Ergebnis: Bei 52 Prozent von insgesamt 482 befragten Kfz-Betrieben hat sich wenig getan. Sie kommunizieren trotz Corona demnach ohne nennenswerte Änderung.

Beim Rest zeigt sich folgendes Bild: 40 Prozent führen mehr telefonische Beratungen durch als vor der Pandemie. 45 Prozent kommunizieren mehr per E-Mail. Deutlich geringer fällt dagegen die Steigerung bei der Video-Beratung aus. Dazu gaben nur sieben Prozent an, dieses Kommunikationsmittel häufiger zu nutzen. Bei der Umfrage waren laut DAT Mehrfachnennungen möglich.

Inhaltlich sehen sich 64 Prozent aller Befragten derzeit übrigens vermehrt mit Nachlass-Forderungen von Privatkunden konfrontiert. Ein weiteres Thema, das im Austausch mit den Kunden derzeit häufig hochkommt: der Umweltbonus. 62 Prozent der Händler gaben an, einen erhöhten Beratungsbedarf rund um die E-Auto-Förderung zu verspüren.

Karpinski: Handel unverzichtbar

Jürgen Karpinski, Präsident des Zentralverbands Deutsches Kraftfahrzeuggewerbe (ZDK), kommentierte: „Die Ergebnisse der Befragung zeigen zum einen, dass viele Betriebe die Digitalisierung ihrer Prozesse auch in der Kundenansprache weiter vorangetrieben haben.“ Zum anderen werde deutlich, dass der Handel als Schnittstelle zwischen Hersteller und Kunde unverzichtbar sei.

Das lasse sich beispielsweise an der Elektromobilität festmachen. Händler müssten Kunden rund um Technik, Einsatzzweck und Fördermöglichkeiten bis hin zur Ladeinfrastruktur intensiv beraten. Selbst die Nutzung öffentlicher Ladesäulen stehe auf der Agenda. „Man sieht: Ohne den Handel ist die Transformation hin zu alternativen Antrieben gar nicht umzusetzen“, so Karpinski.

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Über den Autor

 Christoph Seyerlein

Christoph Seyerlein

Redakteur im Ressort Newsdesk bei »kfz-betrieb«