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Wiesmann lebt: Neustart des Roadster-Bauers

Autor: Christoph Seyerlein

Die Spekulationen bewahrheiten sich: Eine britische Unternehmensgruppe belebt die Sportwagenmanufaktur in Dülmen neu. 2016 soll die Produktion wieder hochgefahren werden.

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Schon 2016 sollen wieder Unikate der Marke Wiesmann die Dülmener Manufaktur verlassen.
Schon 2016 sollen wieder Unikate der Marke Wiesmann die Dülmener Manufaktur verlassen.
(Foto: Wiesmann)

Ab 2016 sollen in Dülmen wieder Sportwagen von Wiesmann entwickelt und gebaut werden. Die neu gegründete „Wiesmann Automotive GmbH“ bestätigte am Donnerstagabend einen Bericht der „Dülmener Zeitung“, wonach die Sportwagenmanufaktur vor einem Comeback stehe.

Der Mitteilung zufolge unterzeichneten der Insolvenzverwalter der 2013 pleite gegangenen Wiesmann GmbH und die Unternehmensgruppe um die britischen Brüder Roheen und Sahir Berry die entsprechenden Kaufverträge Anfang November. Die Gläubigerversammlung muss Anfang Dezember die Vereinbarung allerdings noch akzeptieren. Der Kaufpreis für die Namens- und Markenrechte, die Produktionsanlagen und die Wiesmann-Immobilie liegt laut der Meldung im höheren siebenstelligen Bereich.

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Die Berry-Brüder wollen bereits im nächsten Jahr die Produktion wieder hochfahren. Der Unternehmensstandort bleibt in Dülmen, alle Fahrzeuge sollen dort entwickelt und gebaut werden. Erste neue Fahrzeuge wollen die neuen Eigentümer im zweiten Halbjahr 2016 präsentieren.

Rückkehr der Wiesmann-Brüder

Dabei arbeiten die Briten eng mit den Unternehmensgründern, den Brüdern Martin und Friedhelm Wiesmann, zusammen. Erste Gespräche hatte es bereits 2012 gegeben, damals noch mit dem Gedanken, in England und Indien Wiesmann-Verkaufsniederlassungen aufzubauen. Nach der Insolvenz der Roadster-Schmiede im Jahr 2013 wurden die Pläne auf Eis gelegt, in der Folge entwickelten die Briten aber ein Konzept, um die Marke wiederzubeleben und nahmen Kontakt zum Insolvenzverwalter auf.

Wiesmann war ab dem Jahr 2012 immer mehr in Schieflage geraten, laut einem Pressebericht soll der Neubau einer Manufaktur erheblich zur Schieflage beigetragen haben. Die Firmengründer Friedhelm und Martin Wiesmann hatten sich in der Folge aus dem Unternehmen zurückgezogen. Aber auch Hauptinvestor Stefan Breuer hatte den Niedergang nicht aufhalten können. Mitte August 2013 musste der Betrieb Insolvenz anmelden. Im Mai 2014 war endgültig Schluss.

Bis zur Pleite gehörten die Roadster und Sportcoupés des exklusiven Kleinserienherstellers zu den weltweit schnellsten Fahrzeugen ihrer Art. Motoren wie der 4,4-Liter-V8-Twinturbo von BMW pumpten bis zu 555 PS in die Leichtgewichte im Sportwagendesign der Sechzigerjahre.

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Über den Autor

 Christoph Seyerlein

Christoph Seyerlein

Redakteur im Ressort Newsdesk bei »kfz-betrieb«