Würzburger Karosserie- und Schadenstage: Wertbegriffe erklärt

Von Konrad Wenz

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Das Branchenevent zog am 13. und 14. April rund 820 Schadensexperten nach Würzburg. Im Vortragsprogramm ging es um das Leitthema „Fahrzeugwerte und Wertewandel“.

Rund 75 Aussteller füllten insgesamt vier Räume im Vogel Convention Center in Würzburg.(Bild:  Stefan Bausewein)
Rund 75 Aussteller füllten insgesamt vier Räume im Vogel Convention Center in Würzburg.
(Bild: Stefan Bausewein)

Die Würzburger Karosserie- und Schadenstage fanden in diesem Jahr unter dem Leitthema „Fahrzeugwerte und Wertewandel“ statt. Rund 820 Teilnehmer kamen am 13. und 14. April 2018 in das Vogel Convention Center in Würzburg – so viele Experten wie noch nie. Die Veranstaltung hat sich längst zum wichtigsten Event für die Schadenbranche in Deutschland entwickelt.

Traditionell unterteilt sich die Veranstaltung in den Schadenstag, an dem rechtliche Themen im Fokus stehen, und den praxisorientierten Karosserie- und Lacktag. Der erste Tag richtete sich also an Sachverständige, Rechtsanwälte, Versicherungen sowie Karosserie- und Lackbetriebe. In den Vorträgen ging es um die Wertbegriffe in Schadengutachten und der Unfallschadenabwicklung sowie um ihre permanente Überprüfung durch Marktentwicklungen und die Rechtsprechung. Am zweiten Tag stand die Arbeit in den Werkstätten im Mittelpunkt: Experten und Zuhörer diskutierten, welchen Wert die Arbeit der Karosserie- und Lackbetriebe hat, wie sich technische Veränderungen auf den Wert der Werkstattausrüstung auswirken und wie wichtig es ist, sich bei der Reparatur an die Herstellervorgaben zu halten.

Würzburger Karosserie und Schadenstage 2018: Teil 1
Bildergalerie mit 38 Bildern

Wie sich die Lage im K&L-Gewerbe angesichts der Schadenssteuerungsaktivitäten der Versicherer darstellt, machte ZKF-Präsident Peter Börner in seinem Grußwort deutlich: Nicht nur die Zahl der Werkstätten sei in den vergangenen Jahren deutlich gesunken, auch die Zahl der Auszubildenden zum Karosserie- und Fahrzeugbauer habe sich nahezu halbiert. Knapper werdende Ressourcen könnten zu folgendem Szenario führen: Der knausrige Schadenssteuerer bekommt künftig erst in vier Wochen einen Termin, der normale Kunde, der den in der Werkstatt ausgehängten Stundenverrechnungssatz zahlt, schon am kommenden Montag.

Börner warnte zudem davor, die Betriebe mit weiteren administrativen Aufgaben zu belasten. Die Zahl der „unproduktiven“ administrativen Kräfte in den Betrieben sei durchschnittlich um zwei gestiegen, die produktiven aber auf dem gleichen Stand wie schon seit Jahren. „Die unproduktiven Stunden können die Betriebe nicht verkaufen, das heißt, sie müssen von den produktiven mit erwirtschaftet werden“, führte Börner aus.

Gleichzeitig erhöhe sich auch der Druck auf die Werkstattrechnungen. Kürzungen wären an der Tagesordnung, was zusätzlichen administrativen Aufwand für die Betriebe bedeute. In diesem Zusammenhang machte Börner auf die vom ZKF initiierte Firma „Dienstleistung für Betriebe (DfB)“ aufmerksam, die sich darum kümmert, dass der Betrieb seine berechtigte Forderung zu 100 Prozent erhält.

Wertewandel bei der Firmenübergabe

Im weiteren Verlauf der Veranstaltung gingen die Referenten auf die verschiedenen Wertbegriffe ein, mit denen der K&L-Betrieb heute konfrontiert wird. Bernd Grüninger und Christoph Menniken von der Dekra Automobil GmbH erläuterten beispielsweise, welche Probleme der Sachverständige bei seinen Wertermittlungen hat. Insbesondere die Festlegung des Restwertes und einer merkantilen Wertminderung eines Unfallfahrzeugs erfordere eine sehr differenzierte Betrachtung.

Würzburger Karosserie und Schadenstage 2018: Teil 2
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Wolfgang Wellner, Richter am VI. Zivilsenat des BGH, bestätigte die Besonderheiten bei der Feststellung des Restwertes eines Unfallfahrzeugs. Weitere Themen des Schadenstages drehten sich um den Wiederbeschaffungswert unter Berücksichtigung der Mehrwertsteuer und um den Neuwertersatz. Zudem erläuterte der Keynote-Speaker Michael Zülch, wie sich der Wertewandel in der Gesellschaft auf den Betriebsübergang auswirkt.

Lohnt sich das Punktschweißen noch?

Deutlich praxisorientierter waren die Themen am Karosserie- und Lacktag. Nach dem Grußwort von Wilhelm Hülsdonk, ZDK-Vizepräsident und Bundesinnungsmeister, berichteten Jochen Kleemann, Director Sales bei PPG, und Thomas Leuchten, Director Business Development bei PPG, über intelligente Kapazitätsplanung in der Werkstatt. Ein weiteres Digitalisierungsthema betraf Dealer-Management-Systeme und ihre Auswirkungen auf den Cashflow.

In einer Podiumsdiskussion ging es um moderne Fügetechniken und um die Frage, ob sich die Anschaffung einer Widerstandspunktschweißanlage heute noch rentiert. Helge Kiebach vom KTI berichtete über die Auswirkungen, die eine nicht herstellergemäße Karosseriereparatur auf die Crashsicherheit haben kann.

Die Würzburger Karosserie- und Schadenstage sind eine Veranstaltung der beiden Fachzeitschriften »kfz-betrieb« und »Fahrzeug+Karosserie« und werden unterstützt von den Sponsoren Adelta Finanz AG, Automechanika, DAT, Dekra, Carbon und Nexa Autocolor. Zudem trat in diesem Jahr neben knapp 70 weiteren Ausstellern das Franchise-System Fixauto als Business-Partner auf.

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