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ZDK: Bei den Zulassungsstellen nicht locker lassen

| Autor: Doris Pfaff

Das Thema geschlossene Zulassungsstellen will der Zentralverband Deutsches Kraftfahrzeuggewerbe nicht mehr länger hinnehmen. In seinem Öffentlichkeitsausschuss sprachen sich die Mitglieder deshalb gleich für mehrere Strategien aus, um den Druck auf die Behörden und die politischen Entscheidungsträger zu erhöhen.

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(Bild: Pro Motor)

Unter anderem soll ein Bewertungsportal für Zulassungsstellen geprüft werden.

„Eigentlich wären wir heute in Nürnberg“, begrüßte Arne Joswig als Leiter des ZDK-Ausschusses Öffentlichkeitsarbeit die rund 30 Teilnehmer aus den Kfz-Landesverbänden. Wegen der anhaltenden Corona-Pandemie fand die Veranstaltung am Mittwoch als Webkonferenz statt – eine Premiere, mit deren Ergebnissen Joswig am Ende sehr zufrieden war.

So waren sich die Teilnehmer in Sachen ZDK-Öffentlichkeitsarbeit und externe Kommunikation einig, beim Thema „geschlossene Zulassungsstellen“ und „Onlinezulassung durchs Autohaus“ nicht locker zu lassen. „Denn so kann das nicht mehr weitergehen. Wir müssen den Druck auf politische Entscheider deutlich erhöhen“, sagte Joswig.

Der Kampf um die Probleme bei der Autozulassung soll weiter auf mehreren Ebenen stattfinden und die „Daumenschraube“ nicht gelockert werden. Wie seine Abfrage im Ausschuss bestätigte, beträfen die geschlossenen Kfz-Zulassungsstellen so gut wie jedes Autohaus und jeden Händler. In vielen Regionen sei die Situation unverändert. Und die Pläne der Behörden, ab 23. Dezember für dieses Jahr die Stellen zu schließen, führten mit Blick auf die Umstellung der Mehrwertsteuer zu einem absehbaren Zulassungschaos.

Diskutiert und verabredet wurden im Ausschuss mehrere Strategien: Mit einem Musteranschreiben, das den Innungen in Kürze zur Verfügung gestellt werden soll, sollen diese sich gezielt an ihre politischen Ansprechpartner in den Kommunen wenden und auf die Probleme aufmerksam machen.

Nach dem Vorbild der Umfrage des Landesverbands Schleswig-Holstein im Frühjahr soll es eine bundesweite Umfrage dazu geben, die der ZDK auf den Weg bringen soll, um die Situation um die geschlossenen Zulassungsstellen detailliert belegen zu können.

Außerdem sollen Möglichkeiten geprüft werden, ob ein Bewertungsportal für Zulassungsstellen realisiert werden könnte. Denn eine negative Bewertung könnte den Wettbewerb mit anderen Behörden erhöhen. Parallel dazu soll der ZDK auf bundespolitischer Ebene weiter für die Onlinezulassung durch das Autohaus kämpfen. Denn langfristig könne nur dies dem Handel helfen. Dazu müssten die Digitalisierungsprozesse in den Behörden beschleunigt und vereinfacht werden, war sich der Ausschuss einig.

Neue ZDK-Kommunikationsformate

Weitere Themen des Ausschusses waren Neuerungen bei den Kommunikationsformaten. Für 2021 plant der ZDK drei PR-Seminare als Präsenzveranstaltungen. Als PR-Roadshow sollen diesmal anstelle externer Referenten Persönlichkeiten aus den eigenen Reihen Position beziehen. ZDK-Vizepräsident Wilhelm Hülsdonk habe bereits zugesagt, dabei Rede und Antwort zu stehen.

Die PR-Workshops werden zukünftig als Webveranstaltungen stattfinden. Ein externer Moderator soll die Teilnehmer in Gruppen per Videokonferenz schulen. „Das ist keine rein Corona-getriebene Entscheidung, sondern dem zeitlichen Aufwand geschuldet“, so Joswig. Teilnehmer müssten sich zukünftig nur stundenweise und nicht für zwei ganze Tage aus dem Betrieb ausklinken.

Weitere Tagesordnungspunkte waren unter anderem die image- und verkaufsfördernden Kampagnen des Verbands. Neben dem Reifenwechsel sei vor allem der Licht-Test sehr wichtig und öffentlichkeitswirksam. Diskutiert wurden neue Anreize für die Teilnahme; so sollen ab 2021 auch Betriebe von dem Gewinnspiel profitieren können.

Licht-Test auch im November

Neben den Gewinnspieländerungen und der Verlängerung des Aktionszeitraums auf den November wurden Kostensparmöglichkeiten erörtert, beispielsweise im Umgang mit den Licht-Test-Plaketten. Allerdings dürften Einsparungsversuche nicht zu einem Qualitätsverlust führen. Joswig mahnte: „Der Licht-Test ist eine Gemeinschaftsaktion, die die Unterstützung der Landesverbände und Innungen braucht. Nur wenn alle Informationen in den Betrieben ankommen, kann die Aktion auch erfolgreich sein.“

Die PR-Seminare finden 2021 statt – am 3. März für Baden-Württemberg, am 4. März für Hessen und Rheinland-Pfalz (in Wiesbaden) sowie am 10. März für Hamburg, Schleswig-Holstein, Mecklenburg-Vorpommern und Niedersachsen-Bremen (in Hamburg). Geplant ist jeweils auch ein Vorabendprogramm.

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Über den Autor

 Doris Pfaff

Doris Pfaff

Redakteurin bei »kfz-betrieb«, Ressort Verbände & Politik