ZDK: Ein Diagnosesystem für alle

Autor / Redakteur: Konrad Wenz / Dipl. Ing. (FH) Konrad Wenz

Mit einem System alle Fahrzeuge prüfen – dieses Ziel hat der ZDK. Das zusammen mit dem Technologiepartner Adis entwickelte Diagnosesystem soll das in seiner Endstufe können.

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Ein Diagnosetool für alle Marken: Neofitos Arathymos erklärt den Euro-DFT.
Ein Diagnosetool für alle Marken: Neofitos Arathymos erklärt den Euro-DFT.
(Foto: Dominsky)

Mit der Ausgabe von elf Euro-DFT-Diagnosesystemen hat der Zentralverband Deutsches Kfz-Gewerbe (ZDK) am Montag in Würzburg den Startschuss für einen sechsmonatigen Feldversuch gegeben. Er soll die Ergebnisse bringen, die der ZDK und der Entwicklungspartner ADIS Technology GmbH benötigen, um ein eventuell notwendiges Feintuning an ihrem neuen Diagnosesystem vornehmen zu können, das Fahrzeuge aller Marken prüfen können soll.

„Wir brauchen die Hilfe der Werkstätten, um das Diagnosesystem fertig zu stellen“, sagte ZDK-Geschäftsführer Neofitos Arathymos. Er zeigte anhand vieler Beispiele, vom Reifenwechsel bis hin zum Batteriewechsel, dass die Werkstätten über moderne Diagnosesysteme verfügen müssen.

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Das System, erstmals vorgestellt auf der Automechanika 2014, ermöglicht die Diagnose und Neuprogrammierung von Euro-5- und Euro-6-Kraftfahrzeugen. Es besteht aus einem handelsüblichen Computer und einem VCI-Kommunikationsgerät (Vehicle Communication Interface) für den Anschluss an die OBD-Schnittstelle im Fahrzeug. Aktuell lassen sich damit Euro-5-/Euro-6-Fahrzeuge der Marken BMW und Mini, Mercedes-Benz und Smart, Volkswagen, Audi, Seat und Skoda, Opel und Ford sowie bald auch weitere Marken, wie zum Beispiel Renault, diagnostizieren und neu programmieren. Hierzu werden die Original-Softwareprogramme der Hersteller genutzt. Der bisher einzigartige Vorteil: Mit nur einem System ist der Zugang zu den Online-Serviceplattformen verschiedener Hersteller möglich.

Laut ZDK-Vizepräsident und Bundesinnungsmeister Wilhelm Hülsdonk entsteht der Mehrwert für die Werkstatt erst aus der Kombination von Euro-DFT und einem handelsüblichen Mehrmarken-Diagnosegerät. „Wenn der Kfz-Mechatroniker bei der Diagnose mit dem gewohnten Mehrmarkentester nicht weiterkommt, erleichtert der Einsatz des Euro-DFT-Systems maßgeblich die Fehlersuche und -behebung.“ Das trage erheblich zur Reduzierung des Zeitaufwands bei, der sonst für die Fehlersuche verwendet würde, dem Kunden aber in der Regel nicht in Rechnung gestellt werden könne. „Mit dem Euro-DFT-System lässt sich die Effizienz in der Werkstatt deutlich steigern, und das zahlt sich für die Betriebe in barer Münze aus“, so Hülsdonk.

Der ZDK und die Landesverbände werden nun gemeinsam mit dem Kooperationspartner ADIS den Feldversuch begleiten. Die teilnehmenden Betriebe aus dem gesamten Bundesgebiet werden das System nun einem intensiven Praxistest unterziehen. Nach Auswertung der Ergebnisse soll dann im kommenden Jahr die Vermarktung beginnen. Ab 2016 soll das Euro-DFT-System allen Betrieben im Kfz-Gewerbe zur Verfügung stehen und über ADIS vertrieben werden.

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