ZDK lehnt A.T.U-Pauschalpreis ab

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Das Angebot der Werkstatt-Kette A.T.U, Inspektionen zum Festpreis auszuführen, hat der ZDK kritisiert. Ihre Selbstkosten müssten die A.T.U-Filialen auf anderen Wegen erwirtschaften.

Das Angebot der Werkstatt-Kette A.T.U, über einen Discounter Gutscheine für eine große Inspektion zum Festpreis von 49,99 Euro zu verkaufen, hat der Zentralverband Deutsches Kraftfahrzeuggewerbe (ZDK) kritisiert. Für den günstigen Festpreis müssten die Kunden an anderer Stelle bezahlen.

Der Teilehandels- und Werkstattfilialist vertreibt ab Montag, 18. Juni, die Gutscheine für eine große Inspektion über die Supermarktkette Lidl. Die im Rahmen der Inspektion anfallenden Arbeiten werden nach den Vorgaben bzw. dem Serviceplan des Herstellers ausgeführt, verspricht der Prospekt des Discounters im Kleingedruckten. Und: "Material und Reparaturkosten sind nicht im Preis enthalten".

Aus Sicht des ZDK ist dieses Angebot wenig seriös. "Wer mit einer Billig-Flatrate vom Panda bis zur S-Klasse wirbt, ist entweder ein Wohltäter, oder er kommt auf andere Weise letztlich doch auf seine Kosten. Ich persönlich glaube nicht, dass A.T.U sich jetzt gemeinnützigen Zwecken widmet", urteilte Dr. Axel Koblitz, Hauptgeschäftsführer des ZDK. Den Kunden rät der Verband, sorgfältig darauf achten, ob ein vordergründig billiges auch wirklich ein preiswertes Angebot sei. Die Verbraucher müssten sich im Klaren sein, dass Qualität und Sicherheit immer ihren Preis haben.

A.T.U-Pressesprecher Dr. Markus Stadler sieht die Offerte unter Marketing-Aspekten: "Die Aktion dient der Neukundengewinnung und soll die Aufmerksamkeit für A.T.U erweitern." Außerdem seien Festpreisangebote in den A.T.U-Werkstätten üblich. Allerdings sei die Preisgestaltung sonst meist nach Autotypen differenziert, schränkte er ein. Die Nachfrage von »kfz-betrieb ONLINE«, ob die Werkstätten den Deckungsbeitrag der Aktionsinspektionen mit dem Teilegeschäft erwirtschaften müssten, beantwortet Stadler indirekt: "Auf den Teileumsatz hofft die Werkstatt bei der Inspektion natürlich immer." Wie viele Gutscheine mit der begrenzten Aktion überhaupt ausgegeben werden, sagte Stadler nicht.