ZDK: Mit einem neuen Geschäftsmodell raus aus den roten Zahlen
Angesichts der desolaten Ertragslage der Branche fordert der ZDK die Einführung des neuen Geschäftsmodells.
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Seit Jahren geht die wirtschaftliche Entwicklung im Neuwagenhandel stetig bergab. Der ZDK will diesen Trend stoppen und hat hierfür ein neues Geschäftsmodell vorgelegt, mit dem er die Zusammenarbeit zwischen Handel und Hersteller auf eine veränderte Basis stellen möchte.
Denn die Geschäftsgrundlage für die deutschen Autohändler hat sich in den letzten Jahren massiv verschlechtert. Die Neuzulassungen sind – abgesehen vom Ausnahmejahr 2009 – stetig zurückgegangen. 1999 haben die deutschen Verbraucher noch 3,8 Millionen Neufahrzeuge gekauft. Heute sind es – und nach Ansicht aller Fachleute auch in den nächsten Jahren – rund drei Millionen.
Gleichzeitig nahm der Anteil des Handels an den Fahrzeugverkäufen kontinuierlich ab: 1980 verkauften die deutschen Händler noch 95 Prozent aller Neuwagen, 2009 waren es nur noch 69,5 Prozent. Auch bei den Besitzumschreibungen zeichnet sich kein besseres Bild ab. Wechselten 1999 noch 7,7 Millionen Fahrzeuge ihre Besitzer, hat sich das Volumen bei heute bei rund sechs Millionen Autos eingependelt.
Ähnlich sieht es im Service aus. 1999 gab es noch durchschnittlich zwei Wartungs- oder Reparaturarbeiten pro Jahr und Pkw in Deutschland – heute liegt der Wert bei 1,5 .
Diese Entwicklung hat sich massiv auf die Umsatzrendite der Kfz-Händler ausgewirkt. Die Betriebe erreichen in Normaljahren gerade einmal eine schwarze Null und ohne die Umweltprämie hätte die Branche im letzten Jahr gar eine rote Null ausweisen müssen. Ulrich Fromme, Vizepräsident des ZDK, verdeutlicht: „Ein fortschreitender Margenverfall und ein Ertragsschwund kennzeichnen seit dem Jahr 2000 die wirtschaftliche Situation der Markenhändler in Deutschland. Im Jahr 2008 musste sogar mehr als die Hälfte von ihnen ein negatives Ergebnis verkraften.“
Dramatischer Renditeverfall im Handel
Eine Verbesserung der Lage ist nicht in Sicht – alle Fachleute sind sich einig, dass keines der Geschäftsfelder (Verkauf von Neu- und Gebrauchtwagen sowie der Aftersales) in den nächsten Jahren wachsen wird. Kurzfristig kann der Handel die Verluste aus dem Neuwagengeschäft durch Erträge aus dem Aftersales ausgleichen, auf Dauer kann das allerdings nicht funktionieren, da die Händler dadurch einen strukturellen Nachteil gegenüber reinen Markenwerkstätten erleiden.
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